Instandhaltung Elektrische Energieübertragung und Energieverteilung

Elektrotechnik_02-05_Instandhaltung_HDT_AP_0

Die technische Betriebsbetreuung ist als Bestandteil des Betriebes „Stromversorgung“ für die Verfügbarkeit der Anlagen und Betriebsmittel, den wirtschaftlichen Einsatz der Finanzmittel und die Sicherheit des Personals verantwortlich. Sie schafft die Grundlagen für eine Instandhaltungsstrategie, die eine ständige Optimierung der Arbeitsabläufe und die Arbeitssicherheit gewährleistet.

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Instandhaltung Elektrische Energieübertragung und Energieverteilung

Elektrotechnik_02-05_Instandhaltung_HDT_AP_0

Die technische Betriebsbetreuung ist als Bestandteil des Betriebes „Stromversorgung“ für die Verfügbarkeit der Anlagen und Betriebsmittel, den wirtschaftlichen Einsatz der Finanzmittel und die Sicherheit des Personals verantwortlich. Sie schafft die Grundlagen für eine Instandhaltungsstrategie, die eine ständige Optimierung der Arbeitsabläufe und die Arbeitssicherheit gewährleistet.

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elektrische Netze hdt.de Leit- und Netz­schutz­tech­nik im Nie­der- und Mit­tel­span­nungs­netz
Sie lernen die charakteristischen Eckdaten und Einsatzbereiche der jeweiligen Schutzorgane und Schutztechniken bei elektrischen Netzen kennen. Wie bestehende Systeme untersucht und optimiert werden können, wird diskutiert.

Instandhaltungsstrategien in der chemischen Industrie
Instandhaltungsstrategien für Mittelspannungs-Schaltanlagen und Transformatoren in der chemischen Industrie

Inhalt
1. Ziele der Instandhaltung
2. Randbedingungen zur Instandhaltung
3. Instandhaltungsmethoden
4. Instandhaltungstätigkeiten
5. Inspektion
6. Wartung
7. Instandsetzung
8. Instandhaltungspersonal

 

1. Ziele der Instandhaltung
Die technische Betriebsbetreuung ist als Bestandteil des Betriebes „Stromversorgung“ für die Verfügbarkeit der Anlagen und Betriebsmittel, den wirtschaftlichen Einsatz der Finanzmittel und die Sicherheit des Personals verantwortlich. Sie schafft die Grundlagen für eine Instandhaltungsstrategie, die eine ständige Optimierung der Arbeitsabläufe und die Arbeitssicherheit gewährleistet.

Ziel der Instandhaltung ist die Schaffung der technischen und personellen Voraussetzung für:

  • mehr Verfügbarkeit
  • mehr Sicherheit
  • weniger Ausfälle
  • weniger Umweltbelastung
  • weniger Gesamtkosten
  • längere Lebensdauer

 

2. Randbedingungen zur Instandhaltung
Instandhaltungsmaßnahmen auslösende Einflüsse

  • Gesetzgebung und Rechtssprechung
  • Unternehmensziele und -entscheidungen
  • Anordnungen, Weisungen, Werknormen
  • Regeln der Technik
  • Anforderungen der Arbeitssicherheit
  • Erfahrungen aus dem Betrieb
  • Informationen vom Hersteller, Lieferant
  • Technische Entwicklung
  • Inspektionsresultate, wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse
  • Störungs- und Schadensstatistik
  • Anlagen- und gerätespezifischen Daten (Betriebsmitteldatenbank)


Einfluss des Umweltschutzes auf die Instandhaltung (Beispiele)

  • WHG
  • PCB-Verbotsverordnung
  • SF6-Monitoring
  • Fachbetriebseigenschaft nach WHG
  • Entsorgung von Abfallstoffen
  • Entsorgung von kontaminierten Betriebsmitteln

Kennzeichen von elektrischen Netzen in der Chemie

  • sehr hohe Energiedichte ( > 1 MW/ha)
  • gleichmäßiger Energiebedarf (Tag-Nacht-Hub < 5%)
  • hohe Kurzschlussleistung ( auf 6 kV Ebene >= 250 MVA)
  • starker Anteil induktiver Verbraucher (80 % motorische Verbraucher)
  • hohe Verfügbarkeit
  • Betrieb von 4 Netzgruppen; eine Netzgruppe wird zur Sicherstellung der Infrastruktur inselbetriebsfähig gehalten
  • Vorhalt einer zweiten Spannung je Station
  • Strahlennetze Kabelnetze 250 m mittlerer Stationsabstand für HS/MS – Anlagen Zentrale Leitwarte (Fernsteuerung von 220 kV bis 6 kV Ebene)

Wirtschaftlichkeitsaspekte

  • Sind Maßnahmen während des Betriebs möglich?
  • Personaleinsatz
  • Optimierung der Arbeitsläufe
  • Maschinen- und Geräteaufwand
  • Auswahl der Betriebsmittel bei der Projektierung, Instandhaltungsfreundlichkeit
  • Budgetplanung - Sicherheit
  • Beschaffung und Erstellung von Arbeitsunterlagen
  • Materialdisposition
  • Dokumentationsaufwand

Weitere zentrale Einflussgrößen
Verfügbarkeit der Anlage für Instandhaltungsmaßnahmen (Anzahl angeschlossener Produktionen, Betriebsabstellungen, etc.)

Stellung der versorgten Produktionsanlagen im Chemieverbund (Ausfall- und Ausfallfolgekosten bei Betriebsmittelausfällen)
Art der Anlage oder des Betriebsmittels (Betriebsmittelanzahl, Störungsbilder, Kompliziertheit, etc.)
Ersatzteilbeschaffung und Instandhaltungskosten (Kannibalismus, Lohnsteigerungen, Verfügbarkeit von Fachpersonal, etc.)

 

3. InstandhaItungsmethoden
Die Instandhaltung umfasst:

  • Inspektion: Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes
  • Wartung: Bewahrung des Soll-Zustandes
  • Instandsetzung: Wiederherstellung des Soll-Zustandes

Instandhaltungsstrategie
Wartungs- und Inspektionstätigkeiten sollten immer als geplante Maßnahmen durchgeführt werden; Instandsetzungstätigkeiten sind entweder vorbeugend oder nachdem Ausfallerscheinungen ersichtlich oder bekannt werden, durchzuführen.

  • Betriebsbegleitende Instandhaltung
  • Sichtprüfungen, Anlagenüberwachung gemäß BGV
  • -Vorbeugend, periodische Instandhaltung
  • Firmenvorgaben, Abstellperioden der Chemie
  • zustandsorientierte Instandhaltung
  • Anlagenbewertungssystem, Monitoring
  • ausfallorientierte Instandhaltung
  • Instandsetzungsmaßnahme erst nach Ausfall oder Funktionsstörung

Diese Strategie ist für jedes Betriebsmittel für Inspektion, Wartung und Instandsetzung einzeln festzulegen.

 

4. Instandhaltungstätigkeiten
Ausführung durch den Betreiber

  • in großer Zahl sich wiederholende Arbeiten
  • Arbeiten, die zeitlich kurz und/oder einfach sind
  • umgehend durchzuführende Arbeiten
  • Arbeiten, die betriebsspezifische Kenntnisse verlangen
  • Arbeiten, die mit eigenem Personal und eigenen Betriebsmitteln ausgeführt werden können

Ausführung durch den Anlagenhersteller
Spezialarbeiten, die umfangreiche Erfahrungen und besondere Arbeitsmittel erfordern Herstellung von Ersatzteilen Garantieleistungen Einjustieren von Neuanlagen

Tätigkeiten der Instandhaltung
Instandhaltungsplanung Instandhaltungsvorbereitung Instandhaltungsdurchführung Instandhaltungsanalyse

Instandhaltungsplanung

  • Erfassen aller Anlagen und Betriebsmittel mit Kenndaten, welche die Betrachtungseinheit ausreichend beschreibt (Datenbanken)
  • Kenntnisse über Instandhaltungsmaßnahmen auslösende Einflüsse, die betriebsmittelbezogen ausgewertet werden müssen
  • Feststellung der Instandhaltungszeiträume
  • Feststellung und Beschreibung der auszuführenden Arbeiten (Werknormen)
  • Ermittlung des Montageaufwandes, Arbeitszeitstudien, Dienstleistungsangebote
  • Ermittlung des erforderlichen Materials, der Werkzeuge und Geräte
  • Budgetplanung (Reparaturetat, Ersatzmaßnahmen, Investitionsprojekte)

Vorbereitung der Instandhaltung

  • Kostenkalkulation und Auftragseröffnung - Terminplanung
  • Abstimmung mit den Produktionsbetrieben
  • Beschaffung und Bereitstellung von Personal, Material und sonstigen Mitteln wie Gerüste, Hebezeuge etc.
  • Festlegen der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen
  • Vorbereiten der Anlagen (Schalthandlungen, Barrieren entfernen)
  • Arbeitsplatzeinrichtung - Verantwortliche Überprüfung der gesamten vorbereitenden Maßnahmen. Dabei muss sichergestellt werden, dass keine die Durchführung hindernden oder einschränkenden Versäumnisse eintreten.

Durchführung der Instandhaltung

  • Ausführung der Arbeiten nach Ausführungsunterlagen
  • Abnahme der Maßnahmen
  • Überprüfung und Sicherstellung der Funktionsfähigkeit
  • Freigabe zur Funktionserfüllung
  • Fertigmeldung
  • Auswertung der durchgeführten Maßnahmen und Verwendung neuer Erkenntnisse bei zukünftigen Planungen der Instandhaltung
  • Dokumentation


Nach Freigabe der Anlage oder des Anlagenteiles durch den Betrieb werden die Arbeiten im Zuständigkeitsbereich der beteiligten Gewerke durchgeführt und überwacht (Qualität, Termine, Kosten). Nach Fertigstellung der Arbeiten und Durchführung ggf. erforderlicher Prüfungen (z. B. Funktionsprüfung) erfolgt die Fertigmeldung an den Betrieb und anschließend die Übernahme durch diesen.


Instandhaltungsanalyse

Bei der Auftragsanalyse werden die Abweichungen der Ist- von den Soll-Zeiten und der Ist- von den Soll-Kosten bestimmt. Daran anschließend werden die Ursachen für die Abweichungen ermittelt, um die Arbeitsplanung und Steuerung zu verbessern. Aufgabe der Schwachstellenanalyse ist es Kostenschwerpunkte und aufgetretene Schäden zu analysieren, die Ursachen zu ermitteln und Abhilfemaßnahmen einzuleiten.

 

5. Inspektion
Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes einer Betrachtungseinheit. Es wird weder Abnutzungsvorrat bewahrt noch neu geschaffen.
Das Ergebnis der Inspektion sind Informationen, wieviel Abnutzungsvorrat bereits abgebaut bzw. noch vorhanden ist.

Erkennen des Istzustandes bedeutet Bestimmen, Festlegen oder Vergleichen messbarer Größen anlagenspezifischer Parameter Eigenschaften der Anlagen technisch: z. B. Verbesserungsmöglichkeiten betriebswirtschaftlich: Kostenrechung zeitlich: Dokumentation der Instandhaltungsmaßnahmen in der Betriebsmitteldatenbank
Inspektion sollte, soweit dies möglich ist, durch Messen zu quantitativen Aussagen führen.
Nur wenn dies nicht möglich ist, sollten qualitative Aussagen den Istzustand beschreiben: z. B. funktionsfähig ja/nein gut/schlecht Trendaussagen mit Daten, die miteinander verglichen werden können; Aussagen über Alterung der Isolierung: Zeit, Belastung, Erwärmung, etc.

 

6. Wartung
Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes
Der Wartung werden alle Maßnahmen zugerechnet, die an Anlagen mit einem vorhandenen Abnutzungsvorrat durchgeführt werden ohne dabei den Abnutzungsvorrat zu verändern.
Daraus folgt: Nicht die unterschiedlichen Tätigkeiten sind Merkmale der Wartung, sondern sie wird bestimmt durch zwei Kriterien

  • den Zeitpunkt des Eingreifens Durchführen der Maßnahmen, solange noch Abnutzungsvorrat vorhanden ist.
  • das angestrebte Ziel, den vorhandenen Abnutzungsvorrat für die weitere Nutzung zu bewahren.

Zu analysieren ist der jeweilige Abnutzungsvorrat bezogen auf die Betrachtungseinheit.

  • Welcher Aufgabenbereich bestimmt vorrangig die Ausführung?
  • Wird Abnutzungsvorrat erhalten?
  • Wird Abnutzungsvorrat geschaffen?

Tätigkeitsinhalte der Wartung
Reinigen: Entfernen von Fremd- und Hilfsstoffen durch Putzen, Saugen, Scheuern, Anwenden von Reinigungsmitteln Konservieren: Schutzmaßnahmen gegen Fremdeinflüsse (haltbar machen) Schmieren: Zuführen von Schmierstoffen zur Erhaltung der Gleitfähigkeit (Verminderung von Reibung und Verschleiß)

Ergänzen: Nach- und Auffüllen von Hilfsstoffen Auswechseln: Ersetzen von Hilfsstoffen und Kleinteilen Nachstellen: Beseitigen einer Abweichung mit Hilfe dafür vorgesehener Einrichtungen

7. Instandsetzung
Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes einer Betrachtungseinheit
a) Vorbeugende Instandsetzung (Austausch einzelner Geräte oder ganzer Anlagenteile)
b) Schadenbeseitigung (Reparatur, Ausbessern, Austausch der defekten Teile) Es wird neuer Abnutzungsvorrat geschaffen.
Die bereits genannten Maßnahmen zur Vorbereitung von Instandhaltungsmaßnahmen werden erweitert:

 

8. Instandhaltungspersonal

Analyse des Auftragsinhaltes Planung im Sinne des Aufzeigens und Bewertens alternativer Lösungen unter Berücksichtigung betrieblicher Forderungen Entscheidung für eine Lösung
Die Strategie zur Festlegung des Personaleinsatzes wird geprägt von der: - Erhaltung und Erweiterung der Fachkompetenz in allen Bereichen

  • Sofortverfügbarkeit bei Störungen
  • Wissen um ältere Anlagenteile
  • Standortwissen
  • Beurteilung von Kosten
  • Mitarbeit in der Planungsphase, Vorprüfung und Inbetriebnahme

Auswahl des geeigneten Personals unter Beachtung der Anforderungen:

Geistige Anforderungen

  • Berufsausbildung
  • Berufserfahrung
  • Nachdenken Körperliche Anforderungen
  • Geschicklichkeit
  • Muskelbelastung
  • Wahrnehmen

Verantwortung

  • für die eigene Arbeit
  • für die Arbeit anderer
  • für die Sicherheit (Koordinationsvermögen, Motivationsfähigkeit) Wechselnde Arbeits- und Umgebungsbedingungen
    • Klima (Hitze, Kälte, Wasser)
    • Schadstoffen (Säure, Dampf, Staub)
    • Lärm
    • Beleuchtung/Blendung
    • Unfallgefahren

Unterweisung und Training

  • Fachausbildung, Berufsausbildung in der Montage und im Prüffeld
  • spezielle Ausbildung für die Tätigkeiten der Instandhaltung
  • Weiterbildung beim Einsatz neuer Anlagen und Betriebsmittel
  • Vermittlung genauer Kenntnisse des betrieblichen Ablaufs
  • gründliche theoretische Ausbildung der Ingenieure, Techniker und Meister
  • spezielle Schulung zur Ermittlung und Beurteilung von Inspektionsergebnissen, Störungs- und Schadensanalysen Konsequenzen
  • Unterweisung in sachgerechter Dokumentation
  • Unterweisung in Arbeitssicherheit
    • Verhalten bei der Arbeit, Handhabung der Werkzeuge
    • Benutzung der Schutzausrüstungen, Motivation zur Arbeitssicherheit
    • Funktion und Anwendung der Sicherheitseinrichtungen
    • Erste-Hilfe-Ausbildung

Quelle: Dr.-Ing. Friedhelm Franzen
Leiter Stromversorgung
BASF SE, WLI/ES - S 306, D-67056 Ludwigshafen

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Instandhaltungsstrategien in der chemischen Industrie
Instandhaltungsstrategien für Mittelspannungs-Schaltanlagen und Transformatoren in der chemischen Industrie

Inhalt
1. Ziele der Instandhaltung
2. Randbedingungen zur Instandhaltung
3. Instandhaltungsmethoden
4. Instandhaltungstätigkeiten
5. Inspektion
6. Wartung
7. Instandsetzung
8. Instandhaltungspersonal

 

1. Ziele der Instandhaltung
Die technische Betriebsbetreuung ist als Bestandteil des Betriebes „Stromversorgung“ für die Verfügbarkeit der Anlagen und Betriebsmittel, den wirtschaftlichen Einsatz der Finanzmittel und die Sicherheit des Personals verantwortlich. Sie schafft die Grundlagen für eine Instandhaltungsstrategie, die eine ständige Optimierung der Arbeitsabläufe und die Arbeitssicherheit gewährleistet.

Ziel der Instandhaltung ist die Schaffung der technischen und personellen Voraussetzung für:

  • mehr Verfügbarkeit
  • mehr Sicherheit
  • weniger Ausfälle
  • weniger Umweltbelastung
  • weniger Gesamtkosten
  • längere Lebensdauer

 

2. Randbedingungen zur Instandhaltung
Instandhaltungsmaßnahmen auslösende Einflüsse

  • Gesetzgebung und Rechtssprechung
  • Unternehmensziele und -entscheidungen
  • Anordnungen, Weisungen, Werknormen
  • Regeln der Technik
  • Anforderungen der Arbeitssicherheit
  • Erfahrungen aus dem Betrieb
  • Informationen vom Hersteller, Lieferant
  • Technische Entwicklung
  • Inspektionsresultate, wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse
  • Störungs- und Schadensstatistik
  • Anlagen- und gerätespezifischen Daten (Betriebsmitteldatenbank)


Einfluss des Umweltschutzes auf die Instandhaltung (Beispiele)

  • WHG
  • PCB-Verbotsverordnung
  • SF6-Monitoring
  • Fachbetriebseigenschaft nach WHG
  • Entsorgung von Abfallstoffen
  • Entsorgung von kontaminierten Betriebsmitteln

Kennzeichen von elektrischen Netzen in der Chemie

  • sehr hohe Energiedichte ( > 1 MW/ha)
  • gleichmäßiger Energiebedarf (Tag-Nacht-Hub < 5%)
  • hohe Kurzschlussleistung ( auf 6 kV Ebene >= 250 MVA)
  • starker Anteil induktiver Verbraucher (80 % motorische Verbraucher)
  • hohe Verfügbarkeit
  • Betrieb von 4 Netzgruppen; eine Netzgruppe wird zur Sicherstellung der Infrastruktur inselbetriebsfähig gehalten
  • Vorhalt einer zweiten Spannung je Station
  • Strahlennetze Kabelnetze 250 m mittlerer Stationsabstand für HS/MS – Anlagen Zentrale Leitwarte (Fernsteuerung von 220 kV bis 6 kV Ebene)

Wirtschaftlichkeitsaspekte

  • Sind Maßnahmen während des Betriebs möglich?
  • Personaleinsatz
  • Optimierung der Arbeitsläufe
  • Maschinen- und Geräteaufwand
  • Auswahl der Betriebsmittel bei der Projektierung, Instandhaltungsfreundlichkeit
  • Budgetplanung - Sicherheit
  • Beschaffung und Erstellung von Arbeitsunterlagen
  • Materialdisposition
  • Dokumentationsaufwand

Weitere zentrale Einflussgrößen
Verfügbarkeit der Anlage für Instandhaltungsmaßnahmen (Anzahl angeschlossener Produktionen, Betriebsabstellungen, etc.)

Stellung der versorgten Produktionsanlagen im Chemieverbund (Ausfall- und Ausfallfolgekosten bei Betriebsmittelausfällen)
Art der Anlage oder des Betriebsmittels (Betriebsmittelanzahl, Störungsbilder, Kompliziertheit, etc.)
Ersatzteilbeschaffung und Instandhaltungskosten (Kannibalismus, Lohnsteigerungen, Verfügbarkeit von Fachpersonal, etc.)

 

3. InstandhaItungsmethoden
Die Instandhaltung umfasst:

  • Inspektion: Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes
  • Wartung: Bewahrung des Soll-Zustandes
  • Instandsetzung: Wiederherstellung des Soll-Zustandes

Instandhaltungsstrategie
Wartungs- und Inspektionstätigkeiten sollten immer als geplante Maßnahmen durchgeführt werden; Instandsetzungstätigkeiten sind entweder vorbeugend oder nachdem Ausfallerscheinungen ersichtlich oder bekannt werden, durchzuführen.

  • Betriebsbegleitende Instandhaltung
  • Sichtprüfungen, Anlagenüberwachung gemäß BGV
  • -Vorbeugend, periodische Instandhaltung
  • Firmenvorgaben, Abstellperioden der Chemie
  • zustandsorientierte Instandhaltung
  • Anlagenbewertungssystem, Monitoring
  • ausfallorientierte Instandhaltung
  • Instandsetzungsmaßnahme erst nach Ausfall oder Funktionsstörung

Diese Strategie ist für jedes Betriebsmittel für Inspektion, Wartung und Instandsetzung einzeln festzulegen.

 

4. Instandhaltungstätigkeiten
Ausführung durch den Betreiber

  • in großer Zahl sich wiederholende Arbeiten
  • Arbeiten, die zeitlich kurz und/oder einfach sind
  • umgehend durchzuführende Arbeiten
  • Arbeiten, die betriebsspezifische Kenntnisse verlangen
  • Arbeiten, die mit eigenem Personal und eigenen Betriebsmitteln ausgeführt werden können

Ausführung durch den Anlagenhersteller
Spezialarbeiten, die umfangreiche Erfahrungen und besondere Arbeitsmittel erfordern Herstellung von Ersatzteilen Garantieleistungen Einjustieren von Neuanlagen

Tätigkeiten der Instandhaltung
Instandhaltungsplanung Instandhaltungsvorbereitung Instandhaltungsdurchführung Instandhaltungsanalyse

Instandhaltungsplanung

  • Erfassen aller Anlagen und Betriebsmittel mit Kenndaten, welche die Betrachtungseinheit ausreichend beschreibt (Datenbanken)
  • Kenntnisse über Instandhaltungsmaßnahmen auslösende Einflüsse, die betriebsmittelbezogen ausgewertet werden müssen
  • Feststellung der Instandhaltungszeiträume
  • Feststellung und Beschreibung der auszuführenden Arbeiten (Werknormen)
  • Ermittlung des Montageaufwandes, Arbeitszeitstudien, Dienstleistungsangebote
  • Ermittlung des erforderlichen Materials, der Werkzeuge und Geräte
  • Budgetplanung (Reparaturetat, Ersatzmaßnahmen, Investitionsprojekte)

Vorbereitung der Instandhaltung

  • Kostenkalkulation und Auftragseröffnung - Terminplanung
  • Abstimmung mit den Produktionsbetrieben
  • Beschaffung und Bereitstellung von Personal, Material und sonstigen Mitteln wie Gerüste, Hebezeuge etc.
  • Festlegen der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen
  • Vorbereiten der Anlagen (Schalthandlungen, Barrieren entfernen)
  • Arbeitsplatzeinrichtung - Verantwortliche Überprüfung der gesamten vorbereitenden Maßnahmen. Dabei muss sichergestellt werden, dass keine die Durchführung hindernden oder einschränkenden Versäumnisse eintreten.

Durchführung der Instandhaltung

  • Ausführung der Arbeiten nach Ausführungsunterlagen
  • Abnahme der Maßnahmen
  • Überprüfung und Sicherstellung der Funktionsfähigkeit
  • Freigabe zur Funktionserfüllung
  • Fertigmeldung
  • Auswertung der durchgeführten Maßnahmen und Verwendung neuer Erkenntnisse bei zukünftigen Planungen der Instandhaltung
  • Dokumentation


Nach Freigabe der Anlage oder des Anlagenteiles durch den Betrieb werden die Arbeiten im Zuständigkeitsbereich der beteiligten Gewerke durchgeführt und überwacht (Qualität, Termine, Kosten). Nach Fertigstellung der Arbeiten und Durchführung ggf. erforderlicher Prüfungen (z. B. Funktionsprüfung) erfolgt die Fertigmeldung an den Betrieb und anschließend die Übernahme durch diesen.


Instandhaltungsanalyse

Bei der Auftragsanalyse werden die Abweichungen der Ist- von den Soll-Zeiten und der Ist- von den Soll-Kosten bestimmt. Daran anschließend werden die Ursachen für die Abweichungen ermittelt, um die Arbeitsplanung und Steuerung zu verbessern. Aufgabe der Schwachstellenanalyse ist es Kostenschwerpunkte und aufgetretene Schäden zu analysieren, die Ursachen zu ermitteln und Abhilfemaßnahmen einzuleiten.

 

5. Inspektion
Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes einer Betrachtungseinheit. Es wird weder Abnutzungsvorrat bewahrt noch neu geschaffen.
Das Ergebnis der Inspektion sind Informationen, wieviel Abnutzungsvorrat bereits abgebaut bzw. noch vorhanden ist.

Erkennen des Istzustandes bedeutet Bestimmen, Festlegen oder Vergleichen messbarer Größen anlagenspezifischer Parameter Eigenschaften der Anlagen technisch: z. B. Verbesserungsmöglichkeiten betriebswirtschaftlich: Kostenrechung zeitlich: Dokumentation der Instandhaltungsmaßnahmen in der Betriebsmitteldatenbank
Inspektion sollte, soweit dies möglich ist, durch Messen zu quantitativen Aussagen führen.
Nur wenn dies nicht möglich ist, sollten qualitative Aussagen den Istzustand beschreiben: z. B. funktionsfähig ja/nein gut/schlecht Trendaussagen mit Daten, die miteinander verglichen werden können; Aussagen über Alterung der Isolierung: Zeit, Belastung, Erwärmung, etc.

 

6. Wartung
Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes
Der Wartung werden alle Maßnahmen zugerechnet, die an Anlagen mit einem vorhandenen Abnutzungsvorrat durchgeführt werden ohne dabei den Abnutzungsvorrat zu verändern.
Daraus folgt: Nicht die unterschiedlichen Tätigkeiten sind Merkmale der Wartung, sondern sie wird bestimmt durch zwei Kriterien

  • den Zeitpunkt des Eingreifens Durchführen der Maßnahmen, solange noch Abnutzungsvorrat vorhanden ist.
  • das angestrebte Ziel, den vorhandenen Abnutzungsvorrat für die weitere Nutzung zu bewahren.

Zu analysieren ist der jeweilige Abnutzungsvorrat bezogen auf die Betrachtungseinheit.

  • Welcher Aufgabenbereich bestimmt vorrangig die Ausführung?
  • Wird Abnutzungsvorrat erhalten?
  • Wird Abnutzungsvorrat geschaffen?

Tätigkeitsinhalte der Wartung
Reinigen: Entfernen von Fremd- und Hilfsstoffen durch Putzen, Saugen, Scheuern, Anwenden von Reinigungsmitteln Konservieren: Schutzmaßnahmen gegen Fremdeinflüsse (haltbar machen) Schmieren: Zuführen von Schmierstoffen zur Erhaltung der Gleitfähigkeit (Verminderung von Reibung und Verschleiß)

Ergänzen: Nach- und Auffüllen von Hilfsstoffen Auswechseln: Ersetzen von Hilfsstoffen und Kleinteilen Nachstellen: Beseitigen einer Abweichung mit Hilfe dafür vorgesehener Einrichtungen

7. Instandsetzung
Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes einer Betrachtungseinheit
a) Vorbeugende Instandsetzung (Austausch einzelner Geräte oder ganzer Anlagenteile)
b) Schadenbeseitigung (Reparatur, Ausbessern, Austausch der defekten Teile) Es wird neuer Abnutzungsvorrat geschaffen.
Die bereits genannten Maßnahmen zur Vorbereitung von Instandhaltungsmaßnahmen werden erweitert:

 

8. Instandhaltungspersonal

Analyse des Auftragsinhaltes Planung im Sinne des Aufzeigens und Bewertens alternativer Lösungen unter Berücksichtigung betrieblicher Forderungen Entscheidung für eine Lösung
Die Strategie zur Festlegung des Personaleinsatzes wird geprägt von der: - Erhaltung und Erweiterung der Fachkompetenz in allen Bereichen

  • Sofortverfügbarkeit bei Störungen
  • Wissen um ältere Anlagenteile
  • Standortwissen
  • Beurteilung von Kosten
  • Mitarbeit in der Planungsphase, Vorprüfung und Inbetriebnahme

Auswahl des geeigneten Personals unter Beachtung der Anforderungen:

Geistige Anforderungen

  • Berufsausbildung
  • Berufserfahrung
  • Nachdenken Körperliche Anforderungen
  • Geschicklichkeit
  • Muskelbelastung
  • Wahrnehmen

Verantwortung

  • für die eigene Arbeit
  • für die Arbeit anderer
  • für die Sicherheit (Koordinationsvermögen, Motivationsfähigkeit) Wechselnde Arbeits- und Umgebungsbedingungen
    • Klima (Hitze, Kälte, Wasser)
    • Schadstoffen (Säure, Dampf, Staub)
    • Lärm
    • Beleuchtung/Blendung
    • Unfallgefahren

Unterweisung und Training

  • Fachausbildung, Berufsausbildung in der Montage und im Prüffeld
  • spezielle Ausbildung für die Tätigkeiten der Instandhaltung
  • Weiterbildung beim Einsatz neuer Anlagen und Betriebsmittel
  • Vermittlung genauer Kenntnisse des betrieblichen Ablaufs
  • gründliche theoretische Ausbildung der Ingenieure, Techniker und Meister
  • spezielle Schulung zur Ermittlung und Beurteilung von Inspektionsergebnissen, Störungs- und Schadensanalysen Konsequenzen
  • Unterweisung in sachgerechter Dokumentation
  • Unterweisung in Arbeitssicherheit
    • Verhalten bei der Arbeit, Handhabung der Werkzeuge
    • Benutzung der Schutzausrüstungen, Motivation zur Arbeitssicherheit
    • Funktion und Anwendung der Sicherheitseinrichtungen
    • Erste-Hilfe-Ausbildung

Quelle: Dr.-Ing. Friedhelm Franzen
Leiter Stromversorgung
BASF SE, WLI/ES - S 306, D-67056 Ludwigshafen

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