Editorial: Nach einem langen Jahr …

Statt als ein befreiendes Jahr nach der Pandemie wird uns 2022 in Teilen eher als ein weiteres „Annus horribilis“ in Erinnerung bleiben, um ein Wort von Elisabeth II. zu gebrauchen. Freilich nicht nur, weil der gesalbte britische „Fels in der Brandung“ am 8. September für immer von uns gegangen ist. Ein anderes Datum hinterließ noch weitaus tiefere Spuren. Gemeint ist natürlich der 24. Februar. Dieser Tag markiert den Beginn eines grauenvollen Mordens auf unserem dauerhaft befriedet geglaubten Kontinent. Schonungslos wurde unsere Verwundbarkeit und Naivität aufgedeckt.

Es gibt viel zu tun

Zahlreich sind jetzt die Hausaufgaben – zusätzlich zu all den nicht erledigten. Die lahmende Energiewende rächt sich während der Energiekrise doppelt. Den miserablen Zustand unserer Infrastruktur spürt jeder, der ab und zu das Haus verlässt oder sich alternativ digitaler Werkzeuge bedient. Gleichfalls zur Gefahr für den künftigen Wohlstand wird die Lage an unseren Schulen. Insgesamt müssen wir dringend den Schlafwagen verlassen und uns auf das besinnen, was unser Land einst erfolgreich gemacht hat. Dazu gehört der Abbau von Bürokratie. Wenn beispielshalber für jedes neue Windrad-Projekt weiterhin reihenweise Aktenordner mit zehntausenden Seiten Papier gefüllt werden müssen, bleibt von der angestrebten energetischen Unabhängigkeit nur heiße Luft.

Wir nehmen uns ein Beispiel

Eine schöne Erinnerung nehmen wir dennoch aus 2022 mit: unser 95. Jubiläum. Zu verdanken haben wir das zu allererst Heinrich Reisner, unserem Gründer und ersten Leiter. Dankbare Bewunderung schulden wir ihm auch dafür, dass er, nachdem er von den Nazis aus dem Amt gedrängt worden war, unmittelbar nach dem Krieg erneut Verantwortung übernommen und den Wiederaufbau des HDT organisiert hat. Stolz und mit Freude setzen wir heute den von ihm aufgezeigten Weg fort.

Nun aber wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben im Namen des gesamten HDT-Teams erst einmal eine gesunde und frohe Weihnachtszeit und einen angenehmen Jahreswechsel. Bleiben Sie uns gewogen.

Herzlichst
Michael Graef

Chefredakteur des HDT-Journals

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