Kalenderblatt: Charles Bourseul stellt seine Idee eines Telefons vor – 26. August 1854

Wer zu spät kommt, den bestraft, wie man weiß, das Leben. Wer zu früh mit einer genialen Erfindung kommt, den belohnt das Leben allerdings auch nicht immer. Als Charles Bourseul vor 168 Jahren in der Zeitschrift L'illustration seine Idee eines Geräts zur Fernübertragung der menschlichen Stimme vorstellte, wurde er ungefähr so ernst genommen, als schlüge man aktuell vor, fehlendes Erdgas einfach durch Kernfusion zu ersetzen. Anders ausgedrückt: Bourseuls Timing war sehr schlecht. Noch konnte niemand in seinem Entwurf, der auf einer rotierenden Platte basierte, die bei ihrer Bewegung einen Stromkreis abwechselnd öffnete und schloss, einen Nutzen erkennen – geschweige denn erahnen, dass der französische Telegrafentechniker hiermit den Grundstein für eine der wichtigsten Errungenschaften aller Zeiten gelegt hatte.

Während Bourseul seine Arbeit an dem Apparat mangels öffentlichen Interesses aufgab, gaben Alexander Graham Bell und Thomas Alva Edison Jahrzehnte später an, von ihm inspiriert worden zu sein. Eine Würdigung, die sicher wohltuend war, von der sich Bourseul nur leider nichts kaufen konnte. So ganz unnütz waren seine Anstrengungen dann aber doch nicht. Als Bourseul, der in der Postverwaltung Karriere gemacht hatte, 1907 einen Antrag auf Erhöhung seiner Pension mit seinen Vorarbeiten zur Entwicklung des Fernsprechers begründete, wurde dem nach entsprechender Überprüfung tatsächlich stattgegeben. Rente gut, alles gut.

Autor: Michael Graef, 26.08.2022

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