Kalenderblatt: Einbruch im Watergate-Gebäudekomplex – 17. Juni 1972

Wie schnell die Geschichte zuschlagen und alle selbstverständlich geglaubten Werte rauben kann, zeigt sich für Europa seit dem 24. Februar einmal mehr. Beklemmendes offenbaren parallel dazu die Anhörungen zum Sturm auf das US-Kapitol, der die Welt am 6. Januar 2021 in Atem hielt. Die Zeugenaussagen belegen, wie nahe die US-amerikanische Demokratie dem Abgrund kam. Sie beweisen auch, wie das beherzte Eingreifen einiger weniger Menschen eine Katastrophe verhinderte. 

Dass die Lügen um den vermeintlich gestohlenen Wahlsieg des 45. US-Präsidenten in Teilen der US-Bevölkerung nach wie vor verfangen, wirft Fragen auf in Bezug auf das Bildungssystem. Und hinsichtlich der in den vergangenen zwei Jahrzehnten radikal veränderten Medienlandschaft. Ist sie noch Teil der Lösung oder inzwischen eher Teil des Problems?

Augenfällige Parallelen

Ausgerechnet bei der Washington Post zeigte man sich unlängst skeptisch, ob ein Vorgang wie der Watergate-Skandal heute erneut zu einer Amtsenthebung führen würde (der Nixon freilich durch seinen Rücktritt im August 1974 zuvorkam). Dabei waren es bekanntlich die beiden Washington-Post-Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein, die die Hintergründe um den von Richard Nixon vor genau 50 Jahren beauftragten Lauschangriff auf das Hauptquartier der Demokratischen Partei im Washingtoner Watergate-Gebäudekomplex ans Licht und damit letztendlich „Tricky Dick“ zu Fall brachten. 

Mangelndes Demokratie- und Rechtsempfinden, übersteigerte Ichbezogenheit und Starrsinn – die Parallelen zwischen dem 37. und 45. US-Präsidenten sind mehr als augenfällig. Laut Mark Twain wiederholt sich Geschichte nicht, sondern reimt sich. Der Refrain ist jedoch immer gleich: Bürger, seid wachsam!

Autor: Michael Graef, 17.06.2022

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