Editorial: Nowhere fast?

Wer kennt nicht die berühmte Empfehlung Helmut Schmidts, im Falle von Visionen medizinischen Rat einzuholen? Leider krankt unser Land vier Jahrzehnte nach dem Diktum des „Orakels von Hamburg“ im Gegenteil zunehmend an Visionslosigkeit. Statt eines vernünftigen Zukunftsentwurfs sieht man schluderigen Reparaturbetrieb und behäbig-bürokratisches Klein-Klein, wohin man schaut.

Einen neuerlichen Tiefpunkt markierte zuletzt die Gasumlage. Wenig hilfreich war auch die über weite Strecken schwurbelige oder teilweise gar nicht stattfindende Kommunikation aus dem Kanzleramt. Nötig gewesen wären klare Signale, die den Menschen in unserem Land finanzielle Planungssicherheit geben. Ein Blick auf die Entwicklung der Binnennachfrage offenbart die schweren Fehler und Versäumnisse.

Wirtschaftsstandort schützen, Zukunftsfähigkeit sichern

Doch was ist die Alternative zu einer bloß noch von Krisen getriebenen Politik, die unser Land lähmt und den Menschen die Zuversicht raubt? Hier ein winziger Vorschlag: Man könnte die längerfristigen Herausforderungen, vor denen wir nicht erst seit dem 24. Februar stehen, endlich anerkennen beziehungsweise adressieren. Das könnte heißen, dass man analog zum Bundeswehr-Sondervermögen ein ausreichend dimensioniertes Investitionspaket schnürt, das einerseits die jahrzehntelang sträflich vernachlässigte Infrastruktur (ob digital oder aus Beton) auf einen Stand bringt, der Europas führender Wirtschaftsmacht würdig ist – und andererseits die Überwindung der energetischen Abhängigkeit ermöglicht, die den Wirtschaftsstandort Deutschland substanziell bedroht und zudem für die Bürgerinnen und Bürger immer unbezahlbarer wird. Ganz abgesehen von den Folgen der hohen Strompreise für die Mobilitätswende.

So sehr Vergleiche hinken mögen – ein Blick über den großen Teich zeigt: Je höher die Energiepreise klettern, desto stärker entwickelt sich die im Prinzip vorhandene Energieautarkie der USA zum beneidenswerten Standortvorteil.

Der Zeit voraus

Wir im HDT fahren ungern nur auf Sicht und kümmern uns lieber frühzeitig um die Dinge, die wichtig werden. So bereiten wir beispielsweise jetzt schon die nächste internationale Tagung „Advanced Battery Power – Kraftwerk Batterie” für Sie vor. Sie wird Ende April 2023 in Aachen stattfinden. Bis zum 31. Oktober 2022 läuft das Call for Papers für dieses seit Jahren überaus erfolgreiche Branchenforum, das von zahlreichen Online-Vorseminaren und einer Ausstellung begleitet wird. Alle Infos hierzu finden Sie unter https://battery-power.eu.

Und zum Schluss ein Hinweis für alle, die vorhaben, die security essen (20. - 23. September 2022) zu besuchen. Eines der Highlights der Leitmesse für Sicherheit bildet in diesem Jahr das am dritten und vierten Messetag in Zusammenarbeit mit dem HDT veranstaltete große Brandschutzforum. Es wird im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen zu verschiedensten Aspekten der Brandprävention und -bekämpfung informieren.

Herzlichst
Michael Graef

Chefredakteur des HDT-Journals 

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