Stressargumentation: Wie man mit Gelassenheit leichter ans Ziel kommt

Gelassenheit bezeichnete der deutsche Lyriker Johann Christian Günther als sein Schwert und Geduld als seine Stärke. Ein gutes halbes Jahrhundert früher riet 1633 der englische Schriftsteller George Herbert, im Streitfall Ruhe zu bewahren. Heftigkeit ließe nämlich die Wahrheit zur Unhöflichkeit geraten. Der Volksmund formuliert es etwas schlichter: „Wer schreit, hat Unrecht“. So weit die Theorie. In der Praxis fällt es häufig schwer, sachlich und gelassen zu reagieren. Obschon jeder Mensch im Grunde aus Erfahrung wissen muss, dass es nichts bringt und bloß Zeit und Energie raubt, wenn man zulässt, dass Diskussionen zu offenen Auseinandersetzungen ausufern.

Lässt sich Gelassenheit erlernen?

Unter Stress gelassen zu bleiben, unaufgeregt zu argumentieren und seinen Standpunkt klar zu machen – all das zählt nicht zu den Dingen, auf die man im Laufe seiner Ausbildung gezielt vorbereitet wird. Auch der Umstand, dass es in einer bestimmten frühen Lebensphase als erstrebenswert gilt, sich „cool“ zu geben, hilft im späteren Leben in Bezug auf die eigene Durchsetzungsfähigkeit nicht weiter. Statt auf eine aufgesetzte Fassade kommt es hier auf das Beherrschen argumentativer Techniken an. Zum Glück lässt sich Stressargumentation sogar im fortgeschrittenen Alter relativ einfach trainieren. 

Gelassenheit lernen heißt Souveränität erlangen 

Zu den Fertigkeiten, die Gelassenheit in (fast) jeder Situation ermöglichen, zählt das Erlernen von Schlagfertigkeit sowie der gekonnte Einsatz von Stimme und Körpersprache. Hierzu sind praktische Übungen unter der Anleitung erfahrener Profis von Vorteil. Denn in der Praxis werden Angreifende nicht darauf warten, dass man sich zuvor gesammelt hat. Gut, wenn man in Sachen Stressargumentation professionell trainiert wurde und so jederzeit auf überraschende Fragen reagieren, unfaire und persönliche Angriffe parieren und auf eine konstruktive Kommunikationsebene lenken kann. 

Wer all das beherrscht und noch dazu gelernt hat, die eigenen Kernbotschaften auf den Punkt zu bringen und mit Gegenargumenten, Einwänden, Fangfragen und Schuldzuweisungen fertig zu werden, ist in der Lage, aus dem Wissen um diese Kompetenzen sehr viel Selbstsicherheit zu ziehen. Diese wiederum wird man dann für andere sichtbar ausstrahlen.

Fazit: Stressargumentation macht erfolgreicher und schützt die Gesundheit

Laut Konrad Adenauer müssen wir die Menschen so nehmen, wie sie sind, weil es keine anderen gibt. Das kann man beklagen. Oder man macht daraus eine Tugend und arbeitet an sich selbst. Wer sich die Zeit nimmt, Gelassenheit zu erlernen, erlangt einerseits mittel- bis langfristig Souveränität und erntet mit Sicherheit Erfolg. Andererseits lässt sich hierdurch Stress in hohem Maße reduzieren, was der Gesundheit zugute kommt. Der Zusammenhang zwischen psychischer Ausgeglichenheit und somatischem Wohlergehen ist unstrittig. So gesehen enthält das Thema Stressargumentation zudem eine arbeitsmedizinische Dimension.

Autor: Michael Graef, 08.04.2022

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