Vorsicht, Opportunisten! Legionellen-Gefahr nach Corona

Ob Hotelzimmer, Ferienwohnungen, Bäder oder Sportstätten – vieles stand während der Pandemie leer oder wurde nur in stark eingeschränktem Umfang genutzt. Das verursachte einerseits gewaltige finanzielle Einbußen, andererseits können daraus in der Folgezeit noch Konsequenzen erwachsen, mit denen kaum jemand rechnet. Kleine, für das Auge gleichfalls unsichtbare Opportunisten namens Legionella pneumophila hatten nämlich ausreichend Gelegenheit, um sich quasi im Schutz von SARS-CoV-2 und bei sommerlichen Temperaturen in Wasserleitungen zu vermehren und auszubreiten, weil dort der für die Hygiene so wichtige Wasseraustausch teilweise oder ganz zum Erliegen kam.

Auf die ernstzunehmende Legionellen-Gefahr nach Corona hat das Robert Koch-Institut bereits vor einigen Monaten hingewiesen. Unlängst hat der Deutsche Verein der qualifizierten Sachverständigen für Trinkwasserhygiene e. V. (DVQST) ebenfalls in einer Pressemitteilung davor gewarnt. Die inzwischen mancherorts zu verzeichnenden deutlichen Zuwächse bei den Zahlen der Krankheitsfälle scheinen tatsächlich im Zusammenhang mit den Wohlfühlbedingungen zu stehen, für die nun die Lockdowns und Shutdowns bei den 1976 erstmals beim Treffen einer US-Kriegsveteranenvereinigung (daher der Name Legionellen beziehungsweise Legionärskrankheit) entdeckten stäbchenförmigen Bakterien gesorgt haben.

Wie kann man sich vor Legionellen schützen?

Legionellen mögen es nicht zu kalt und nicht zu warm. Sie gedeihen am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Oberhalb von 55 Grad Celsius ist ihre Vermehrung gestoppt, ab 60 Grad Celsius beginnt die Abtötung der Keime. Entscheidend für die gesundheitliche Gefahr ist allerdings nicht der Hautkontakt mit kontaminiertem Wasser, sondern das Einatmen entsprechender Aerosole – so wie es beim Duschen oder durch die Aktivität von Klimaanlagen leicht der Fall sein kann. Gelangen die Legionellen hierdurch in die Lunge, kann es zu einer lebensgefährlichen Lungenentzündung kommen. Besonders kritisch ist das natürlich für bereits gesundheitlich geschwächte oder ältere Personen. 

Als Hotel- oder Ferienhausgast kann man sich beispielsweise vor Legionellen schützen, indem man das Wasser aus Leitungen, die mutmaßlich länger nicht verwendet wurden, für einige Minuten laufen lässt, währenddessen man selbst tunlichst den Raum verlässt, um nicht ungewollt Aerosole zu inhalieren. Wobei es eigentlich die Aufgabe von Betreibern wäre, sich um die Gefahrenabwehr zu kümmern. Fachleute empfehlen ohnehin, dass vor der Wiederinbetriebnahme nach Zeiten des Stillstands immer eine Untersuchung auf Legionellen durch ein akkreditiertes Labor veranlasst wird, um auf der sicheren Seite zu sein.

HDT-Know-how hilft gegen Keime

Wo außerdem überall Legionellen lauern können und worauf es etwa bei großtechnischen Anlagen in Bezug auf die Hygiene ankommt, zeigt das HDT übrigens im Rahmen gleich mehrerer spezieller Veranstaltungen, darunter die Tagung „Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider“ und das Seminar „Hygieneansprüche an Trinkwasser-Installationen – Anforderungen nach TrinkwV 2018“.

Neu ins Programm aufgenommen hat das HDT darüber hinaus das Seminar „Grundlagen effizienter und hygienischer Verdunstungskühlung“. Zudem empfiehlt sich unter anderem für Anlagenbetreiber, -hersteller, Bedienpersonal, Sachverständige, Unfallversicherungsträger, Betriebs- und Amtsärzte und Verantwortliche in der Hygiene, Wartung und Instandhaltung die HDT-Schulung mit Prüfung und VDI-Urkunde gemäß 42. BImSchV „Hygieneschulung VDI 2047-2 Verdunstungskühlanlagen (Fachkundenachweis)“.

Autor: Michael Graef, 12.10.2021

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