Brandschutzunterweisung

Mit dem Ausbrechen eines Feuers muss grundsätzlich jederzeit gerechnet werden. Diese Erkenntnis hat auch Eingang in die deutsche Rechtssprechung gefunden. Um so wichtiger ist eine gute Vorbereitung durch regelmäßige Brandschutzübungen. Das richtige Verhalten rettet bei Bränden Leben, daher schreibt der Gesetzgeber die Brandschutzunterweisung jährlich vor. Sie sollte nicht als lästige Pflichtveranstaltung begriffen werden. Die Brandschutzunterweisung bietet vielmehr die Chance, ein Unternehmen zu einem sicheren Arbeitsplatz für alle zu machen, indem das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen gegen Brände geschärft wird. Interessierten Mitarbeitern sollte deshalb die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung zum Beispiel zum Brandschutzhelfer gegeben werden, um sich aktiv in den Brandschutz des Unternehmens einzubringen. 

Was sind die rechtlichen Grundlagen der Brandschutzunterweisung? 

Durch Schulungen und Weiterbildungen erhalten befähigte Personen und Brandschutzbeauftragte das nötige Wissen, um im Fall der Fälle umgehend die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können. Das geht weit über die sichere Bedienung von Feuerlöschern hinaus. Die jährliche Auffrischung der Brandschutzunterweisung ist für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer vorgeschrieben. Dies gründet auf dem Arbeitsschutzgesetz, der Betriebssicherheitsverordnung, der Arbeitsstättenverordnung, der Gefahrstoffverordnung sowie auf den Unfallverhütungsvorschriften.  

So heißt es in § 10 ArbSchG, Erste Hilfe und sonstige Notfallmaßnahmen: „Der Arbeitgeber hat entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten die Maßnahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind.“ Und an anderer Stelle: „Der Arbeitgeber hat diejenigen Beschäftigten zu benennen, die Aufgaben der Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten übernehmen.“ Führen Arbeitgeber die geforderte Brandschutzunterweisung hingegen nicht durch, oder verzichten sie auf die Unterweisung neuer Beschäftigter im Unternehmen, zieht dies entsprechende Konsequenzen nach sich. 

Löschübungen trainieren das richtige Verhalten bei Entstehungsbränden 

Die regelmäßige Durchführung praktischer Brandschutzübungen ist ebenso wie die Vermittlung von theoretischem Grundlagenwissen die Voraussetzung, um im Ernstfall Gefahren abzuwehren und Schäden zu begrenzen. Wird beispielsweise bei einem Entstehungsbrand nicht schnell und angemessen durch die Verwendung von Handfeuerlöschern, Wandhydranten oder sonstigen Selbsthilfeeinrichtungen reagiert, kann aus einer kleinen Ursache schnell ein Großschadensereignis werden, bei dem selbst die Feuerwehr mitunter nur noch das Übergreifen auf weitere Bereiche oder Gebäudeteile verhindern kann.  

Zu den regelmäßigen Pflichten der Brandschutzunterweisung gehören daher praktische Feuerlöschtrainings mit einer in Abhängigkeit der Unternehmensgröße ausreichenden Anzahl von Mitarbeitern. Die Löschübungen dienen dem Training des korrekten Umgangs mit Feuerlöschern, Wandhydranten und Löschdecken unter realistischen Bedingungen. Es empfiehlt sich, Löschübungen im Vorfeld der örtlichen Feuerwehr anzukündigen, um teure Fehlalarme zu vermeiden. Aus Gründen des Umwelt- und Gewässerschutzes sollten Löschübungen außerdem lediglich mit Wasser und CO2-Löschgeräten durchgeführt werden.  

Evakuierungsübungen und Feuerwehrübungen 

Gemäß Arbeitsstättenverordnung müssen Arbeitgeber außerdem in Abhängigkeit der Beschäftigtenzahl und der spezifischen Gefahrenlage am Standort Mitarbeiter benennen, die im Brand- oder Katastrophenfall die geordnete Evakuierung aller Personen sicherstellen. Evakuierungsübungen vermitteln hierfür das nötige Wissen.  

Für größere Unternehmen mit stark brandgefährdeten Betriebsteilen sind zusätzliche Übungen in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr empfehlenswert. So lassen sich das Brandschutzkonzept, das Brandbekämpfungskonzept und das Notfallkonzept für den Ernstfall proben. 

Vorbeugender und abwehrender Brandschutz 

Der Brandschutz ist unterteilt in den vorbeugenden und den abwehrenden Brandschutz. Der erste Bereich gliedert sich weiter in bauliche, anlagentechnische und organisatorische Maßnahmen. 

Baulicher Brandschutz

Zu diesen Maßnahmen gehört, was beim Bau eines Gebäudes umgesetzt werden muss. Neben Brandschutztüren und Sprinkleranlagen sind dies auch ausreichende Flächen für die Feuerwehr und die Planung ausreichender Fluchtwege. Auch die Notausgänge der Arbeitsstätte gehören in diesen Bereich des Brandschutzes. 

Anlagentechnischer Brandschutz

Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen sind Teil dieser Maßnahmen, ebenso Anlagen für den Rauchabzug oder zur Rückhaltung von Löschwasser. 

Organisatorischer Brandschutz

Ergänzend zu den baulichen und anlagetechnischen Maßnahmen gibt es die organisatorischen Mittel. In erster Linie sind dies Instandhaltung und Wartung der baulichen und technischen Einrichtungen. Die Einsatzbereitschaft der Feuerlöscher muss ebenfalls stets gewährleistet sein. Auch eine im Notfall klar erkennbare Markierung der Fluchtwege und das Aushängen der Brandschutzordnung, des Rettungsplans und der Notfallmaßnahmen zählen zum organisatorischen Brandschutz. 

Abwehrende Maßnahmen

Der abwehrende Brandschutz umfasst die aktiven und passiven Maßnahmen, welche die Feuerwehr vor und während eines Brandes unternimmt, um Schäden durch den Einsatz oder das Feuer selbst zu reduzieren. 

Gute Vorbereitung für die Brandschutzunterweisung 

Nehmen Angestellte eine Brandschutzschulung nur widerstrebend an, liegt das Problem oftmals nicht am Thema, sondern der Art der Durchführung. Auch ein eher trockenes Thema wie die Brandschutzordnung kann interessant vermittelt werden.

Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich die jährliche Auffrischung ansprechender gestalten und kommt so jedem zu Gute: Während die Mitarbeiter im Rahmen der Brandschutzschulung mehr aus der Unterweisung ziehen, trägt der Arbeitgeber zur Sicherheit eines jeden Einzelnen bei. 

Eine kurze Lernerfolgskontrolle sorgt dafür, dass die Inhalte der Unterweisung wirklich sitzen. Aktive Übungen wie zum Beispiel der Einsatz eines Feuerlöschers an einem kontrollierten Feuer sorgen für Abwechslung.

Relevante Punkte für die Unterweisung sind z. B.: 

  • Verantwortlichkeiten und Aufgaben im Brandschutz klären (wer sind zum Beispiel Brandschutzhelfer und Evakuierungshelfer), Standort der Rettungspläne
  • Brandgefahren identifizieren, Entstehungsbrand ausfindig machen
  • Brandklassen und ihre Gefahren unterscheiden
  • Löschverhalten bei verschiedenen Brandarten
  • Wo sind Feuerlöscheinrichtungen und Notausgänge?
  • Notausgänge, Verhalten im Brandfall und bei Gebäuderäumung
  • Flucht- und Rettungswege im Brandfall
  • Fragen und Anregungen

 

Ausbildung und Weiterbildungen in Brandschutzunterweisung – für mehr Sicherheit im Unternehmen

Es ist nicht zwingend erforderlich, dass der Arbeitgeber selbst die jährliche Auffrischung der Brandschutzunterweisung durchführt. Die Unterstützung durch den Brandschutzbeauftragten und Brandschutzhelfer entlastet Vorgesetzte und sorgt zugleich für eine bessere Einbindung der Mitarbeiter.

Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter – zum Beispiel durch die zertifizierten Seminare des HDT (Haus der Technik) zum Brandschutzbeauftragen – trägt zur Sicherheit im Unternehmen bei. Unsere Angebotsübersicht im Bereich Brandschutz mit Seminaren, Workshops und Weiterbildungen finden Sie hier.

 

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