
Sicherheitsdatenblätter – Auffrischungskurs der Fachkunde
Die Fortbildung behandelt die Änderungen im Sicherheitsdatenblatt durch REACH und CLP, Chemikalienrecht für Inverkehrbringer, Einstufung und Kennzeichnung gemäß CLP-Verordnung. Bezüglich Rechtsfragen werden Aktualisierung, Aufbewahrungspflicht, Haftungsfragen und Delegation der SDB-Pflichten erarbeitet. Neuerungen im Transportrecht (ADR/RID) schließen den ersten Tag ab.
Zur Recherche von Stoffdaten bieten sich die Datenbanken ECHA, ESIS, GESTIS an. Das SDB dient Anwendern als Informationsquelle für den Umweltschutz mit Bezug zu, u. a. Seveso-III-RL, Verordnung EG 850/2004, TA Luft, 31, BlmSchV, KrWG. Das SDB hat hohe Bedeutung für Maßnahmen der Ersten Hilfe, relevant sind Notfallinformationsdienste im In- und Ausland. Die Produktinformation dient als Beratungsgrundlage der Giftinformationszentren.
Der Schlussbeitrag bietet Ausblick zu nationalen Regelungen und Entwicklungen u. a. zu GefStoffV, TRGS 510, elektronischem Austausch in der Lieferkette und zum BMWi Verbundprojekt SDBtransfer. Anschließend bietet eine zusammenfassenden Diskussion Raum für offene Fragen.
Zum Thema
Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) begleitet eine Chemikalie entlang der gesamten Lieferkette vom Hersteller bis zum betrieblichen Verwender. Der Lieferant ist dafür verantwortlich, das Sicherheitsdatenblatt entlang der Lieferkette weiterzugeben.
Das Sicherheitsdatenblatt enthält sicherheitsbezogene Angaben über Stoffe und Gemische. Diese Angaben helfen dem Anwender, an den Arbeitsplätzen die notwendigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, für die Arbeits- und Transportsicherheit und den Umweltschutz zu ergreifen.
Die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern ist ausschließlich von fachkundigen Personen durchzuführen. Wer Hersteller bzw. Lieferant ist, sollte daher sicherstellen, dass fachkundige Personen geschult wurden und dass zusätzlich zur Basisqualifikation sichergestellt ist, dass die Aktualität des Wissens der fachkundigen Personen durch regelmäßige Fortbildung gewahrt bleibt.
Zielsetzung
Das zweitägige Seminar dient der Auffrischung bereits vorhandenen Wissens und soll über den aktuellen Stand der Entwicklung rund um das Thema Sicherheitsdatenblatt informieren. Die Teilnehmer erlangen mit dieser Fortbildung die nach dem EU Chemikalienrecht (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 REACH) geforderte Auffrischung der Qualifikation für die Ersteller von Sicherheitsdatenblättern.
Teilnehmerkreis
Mitarbeiter von Herstellern chemischer Produkte (insbesondere Gemische), Vertreibern oder Importeuren, die mit der Erstellung von Sicherheitsdatenblättern beauftragt sind; Sicherheitsbeauftragte, Behördenvertreter oder Institutionen, die mit der Prüfung/Erstellung von Sicherheitsdatenblättern beauftragt sind.
Programm
- Aufgabe und Bedeutung des Sicherheitsdatenblattes
- Verordnung (EG) Nr. 453/2010; Anforderungen des
- Anhang II der REACH-VO
- Zeitrahmen des Inkrafttretens
- Informationen in der Lieferkette
- Aktuelle Entwicklungen unter REACH und CLP
- Auswirkungen auf nationale Vorschriften
- Systematik der neuen Einstufung
- Bedeutung der Legaleinstufung
- Einstufungskriterien der einzelnen Gefahrenklassen
- Besonderheiten der Einstufung von Gemischen
- Anforderungen an Kennzeichnung und Verpackung gemäß CLP
- Datenbanken der ECHA: Registered Substances
- Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis
- GESTIS – Datenbanken der DGUV
- Löschmittel
- Gefährliche Verbrennungsprodukte
- Hinweise zur Brandbekämpfung
- Personenbezogene Vorsichtsmaßnahmen
- Lagerung in ortsbeweglichen und stationären Behälter
- Zusammenlagerungsverbote
- Lagerklassen
- Rechtliche Anforderung
- TRGS 510 und TRGS 509
- Angaben im Sicherheitsdatenblatt
- Aufgabe und Bedeutung der Notrufnummer
- Produktinformationen als Beratungsgrundlage der
- Giftinformationszentren
- Produktmeldung an das BfR
Umsetzung von Artikel 45 der CLP-Verordnung, (Unique Formula Identifier: UFI) - Beschreibung der Maßnahmen zur Ersten Hilfe
- Internationale Gefahrgutgremien und Regelwerke
- ADR/RID Übergangsvorschriften
- Neue Einträge
- Begrenzte Mengen
- Freigestellte Mengen
- Beispiele für Klassifizierungen
- Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
- AwSV
- Aufgabe und Bedeutung der Wassergefährdungsklasse
- System der Klassifizierung
- Rigoletto des UBA
- Angabe im Sicherheitsdatenblatt
- Nationale und europäische Grenzwerte für den
- ArbeitsplatzZusammenhang MAK-, AGW-Werte; DNEL-Werte
- Technische Schutzmaßnahmen und deren Beschreibung
- Datenquellen
- Novelle der Gefahrstoffverordnung
- Entwicklung im Technischen Regelwerk zu Gefahrstoffen
- TRGS 220 „Sicherheitsdatenblatt“
- Branchenlösungen
- Elektronischen Austausch in der Lieferkette
Referenten
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin
Dr. Anita Hillmer hat in Braunschweig Chemie studiert und arbeitet seit 1995 für die Volkswagen AG. Dort ist Sie unter anderem verantwortlich für die Chemical Compliance von Prozessmaterialien für die Serienfahrzeugproduktion.
Dr. Hillmer kann auf langjährige Erfahrung auf dem Gebiet des Chemikalienrechts zurückgreifen und ist im Auftrag von ACEA als offizielle Expertin für Chemikalien-Compliance-Themen nominiert.
Sie hat mitgewirkt an der Publikation des ersten ECHA Sicherheitsdatenblatt Leitfadens und war jahrelang aktives Mitglied im von der ECHA organisierten sogenannten Exchange Network on Exposure Scenarios (ENES).
Seit 2005 praktiziert sie als Trainerin für das Haus-der Technik e.V. für Themen rund um „Chemical Compliance“.
Darüber hinaus leitet sie die Arbeitsgruppe „eSDScom“ (siehe https://www.esdscom.eu/), sowie die gleichnamige „Catena-X Expertengruppe“, die sich mit der Entwicklung und Bereitstellung eines Datenaustauschformats für Sicherheitsdatenblättern in der automobilen Lieferkette beschäftigt (Stichwort: Digitalisierung von Sicherheitsdatenblättern).
Ein Teil des eSDScom Projektes ist der europäische Standardsatzkatalog eSDSphrac (früher: EUPhraC), deren Arbeitsgruppenleitung sie seit 1996 ausübt.
Seit 2021 hat sie ein Mandat, die International Organization of Motor Vehicle Manufacturers (OICA) im UN-GHS-Unterausschusses hinsichtlich relevanter automobilbezogenen GHS-Themen zu vertreten.
ESKA-Ingenieurgesellschaft mbH, Hamburg
- Bio-Ingenieur (technischer Umweltschutz)
- Einer der ersten Gefahrgutbeauftragten (1991)
- Gründungsgesellschafter und einer der Geschäftsführer der eska Ingenieurgesellschaft mbH in Hamburg seit 1993.
- 20 Jahre Engagement für den elektronischen Austausch von Sicherheitsdatenblättern, u.a. mit Lösungen wie EDAS, SDScomXML und SDBtransfer
- Seit 2003 Referent im Haus der Technik für die Fachkunde Sicherheitsdatenblatt
- Fachjournalist (u.a. für WEKA), Fotograf und Segler auf historischen Schiffen
Torsten Wolf ist Hauptdezernent „Arbeitsschutz – Gesundheit, Bau, Chemie“ bei der Bezirksregierung Düsseldorf am Standort Essen.Er studierte „Sicherheitstechnik“ mit Schwerpunkt „Brand- und Explosionsschutz“ in Wuppertal. Als Projektingenieur begleitete er Brandschutznachrüstungen im laufenden Betrieb und während einer Revisionsphase eines Kernkraftwerkes.
Seit über 25 Jahren ist er staatlicher Arbeitsschützer. Nach dem Referendariat für die Arbeitsschutzverwaltung war er in den verschiedensten Bereichen der Arbeitsschutzaufsicht, u. A. auch für Störfallanlagen, eingesetzt.
Als Leiter der Gruppe „Gefahrstoffmanagement“ bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund hat er neun Jahre in den verschiedensten Gremien und Arbeitskreisen zum Thema Gefahrstoffe mitgewirkt.
Seit 2010 lehrt er „Rechtskunde für Chemiker“ an der Bergischen Universität Wuppertal.
Ehrenamtlich engagiert er sich seit über 40 Jahren aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr, aktuell als Brandoberinspektor und ABC-Fachberater."
BG BAU - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Berlin
Dr. Maciej Salje ist promovierter Chemiker und absolvierte ein Studium der Chemie an der Universität Potsdam. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner interdisziplinären Promotion sammelte er mehrjährige Berufserfahrung in der Chemikaliengesetzgebung bei der BASF in Berlin. Sein fachlicher Schwerpunkt lag dabei insbesondere auf der Regulatorik von Polymeren und Basischemikalien.Derzeit ist er als Gefahrstoffreferent bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) tätig, wobei ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit Fragen rund um das Thema Arbeitsschutz im Kontext Sicherheitsdatenblatt umfasst. Durch seine langjährige Tätigkeit in der Industrie verfügt er über umfassende Expertise in regulatorischen,sicherheitsrelevanten und juristischen Fragestellungen betreffend Gefahrstoffe und Umweltrecht. Zudem betreut er das Gefahrstoffinformationssystem der BG BAU (WINGIS)und berät umfassend Mitgliederbetriebe (KMU) in diversen Belangen des Arbeitsschutzes.
Chemiestudium an der Universität Leipzig
mehrjährige Tätigkeit in der Umweltverwaltung des Landes Brandenburg
Inhaber des Unternehmens SimmChem Software
Entwicklung von Softwaresystemen zu Einstufung und Kennzeichnung
Expertisen zu speziellen stofflichen Fragestellungen
Informationen zum Chemikalienrecht (Newsletter)
Schulungsveranstaltungen zu Einstufung und Kennzeichnung gemäß CLP/GHS
Mitglied der eSDSphrac Working Group (Standardsätze für Sicherheitsdatenblätter)
Ratingen, ehemals BG Bau - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Frankfurt am Main
Universität: Oktober 1981 - Okt. 1989 Studium der Geografie, Georg-August-Universität Göttingen, Schwerpunkte: Geologie, Chemie, Hydrologie, Bodenkunde. Seit mehr als 25 Jahren leitet er GISBAU, das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft – BG BAU. Die bewährte Serviceeinrichtung leistet auf unterschiedlichen Wegen Unterstützung für die Mitgliedsunternehmen in Fragen rund um das Thema Gefahrstoffe. Seit Oktober 2018 wurde ihm die Leitung der gesamten neuen Abteilung Stoffliche Gefährdungen bei der BG BAU übertragen.
Norbert Kluger wirkt in einer Vielzahl von Gremien und Arbeitskreisen mit und unterstützt z. B. die Erstellung Technischer Regeln, von Handlungshilfen etc. mit seinem Fachexpertise. In zahlreichen Veranstaltungen tritt er als Seminarleiter auf.
Themen: Gefahrstoffrecht, Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen und Unterweisungen, Asbest, Künstliche Mineralfasern, staubarme Geräte und Maschinen, Dämpfe und Aerosole aus Bitumen.
Ausbildung:
Universität Mannheim 1991 – 1996 (Referendarexamen 1996), Referendariat am OLG Karlsruhe und in Zürich (Assessorexamen 2002), wissenschaftliche Mitarbeit am Lehrstuhl für bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung der Universität Mannheim (Prof. Dr. Jochen Taupitz) 1996 – 2001, Promotionsstipendiat der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 1998 – 1999,
Rechtsanwalt seit 2002, Partner einer namhaften überregionalen Wirtschaftskanzlei 2007-2020, Gründungspartner Insquare Rechtsanwälte mbB seit 2021
Tätigkeitsfelder:
Handels- und Gesellschaftsrecht, Personal Liability, insbesondere Compliance im Unternehmen, Delegationen, Produkthaftungsrecht, Anlagenbauvertragsrecht, Stoffrecht, REACH, Umweltrecht
Dissertation: Die deliktsrechtliche Bedeutung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, 2001
Mitgliedschaften: Deutscher Anwaltverein (DAV), Gesellschaft für Umweltrecht e.V.
Sprachen: Englisch, Französisch
Hinweise
Bitte beachten Sie auch das vom HDT ebenfalls angebotene Basisseminar zum Erwerb der Fachkunde Sicherheitsdatenblatt.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Fr. 27.11.2026, 17:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Kai Brommann
K.Brommann@hdt.de
+49 201 1803-251


