
Regelung von Drehstromantrieben
Sie erhalten Grundlagenwissen im Bereich der Modellbildung und Regelung von industriell eingesetzten Drehstromantrieben. Eingeschlossen sind sowohl frequenzbereichsbasierte als auch zustandsraumbasierte Verfahren.
- Modellierung des dynamischen Verhaltens von permanentmagneterregten Synchronmaschinen
- Modellierung des dynamischen Verhaltens von Asynchronmaschinen
- Modelldiskretisierung
- Wirkungsweise und Steuerung von Frequenzumrichtern
- Feldorientierter Betrieb von elektrischen Antrieben
- Feldschwächung sowie optimierte Stromsollwertvorgabe im Grund- und Feldschwächebereich
- Frequenzbereichsbasierte Reglerstrukturen für die Antriebstechnik (Strom-, Drehzahl- und Magnetisierungsstromregler)
- Zeitbereichsbasierte Reglerstrukturen für die Antriebstechnik (Stromzustandsregler unter Berücksichtigung von Sättigungseffekten, Drehzahlzustandsregler mit Vorsteuerung für Ein- und Zweimassenschwinger, Beobachter)
- Rastmomentkompensation
- Regleroptimierung und Vergleich der Regelungsvarianten
- Maschinenparameterberechnung aus den Typenschilddaten und Maschinenparameteridentifikation
Zum Thema
Elektrische Antriebe sind ein innovationstreibender Kernbestandteil vieler industrieller Anlagen und Einrichtungen. Damit sie diese herausragende Rolle mit den daran geknüpften Erwartungen erfüllen können, ist neben optimierten Elektromotoren und sie speisenden, schnell schaltenden Stromrichterstellgliedern auch eine hochdynamische Regelung erforderlich. Diesem Umstand wird mit der angebotenen Veranstaltung in Form einer detaillierten Einführung in die Thematik der Regelung elektrischer Antriebe Rechnung getragen.
Zielsetzung
Das Seminar Regelung von Drehstromantrieben vermittelt einen Überblick sowie Detailkenntnisse über fortschrittliche Methoden zum Entwurf von hochdynamischen Regelungen für industriell eingesetzte elektrische Antriebe. Im Fokus stehen hierbei umrichtergespeiste Antriebe mit permanentmagneterregten Synchronmaschinen und Asynchronkäfigläufermaschinen. Für sie werden, aufbauend auf einer aufgabenadäquaten zeitkontinuierlichen bzw. zeitdiskreten Modellbildung, sowohl klassische Reglerstrukturen als auch zustandsraumbasierte vorgestellt und miteinander verglichen. Die Beschäftigung mit Fragen zur Maschinenparameterermittlung und mit antriebsspezifischen Besonderheiten runden das Seminar ab.
Die Teilnehmer lernen neben den gängigen Reglerstrukturen für Drehstromantriebe auch speziell für hohe dynamische Anforderungen optimierte kennen. Sie können am Ende des Seminars die Vor- und Nachteile der vorgestellten Verfahren beurteilen und den Realisierungsaufwand abschätzen. Auch werden Grundvorausetzungen geschaffen, um die behandelten Strukturen selbst zu implementieren.
Teilnehmerkreis
Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Entwicklung, Inbetriebnahme, technischer Support sowie Vertrieb mit regelungs- und antriebstechnischen Vorkenntnissen.
Programm
Referenten
Professor für elektrische Antriebstechnik, Leistungselektronik und Regelungstechnik, Hochschule Offenburg
Prof. Nuß studierte an der Universität Karlsruhe (heute Karlsruher Institut für Technologie) Elektrotechnik mit der Vertiefungsrichtung Regelungs- und Steuerungstechnik und promovierte dort über ein Thema zur stromrichterbasierten Blindleistungskompensation. Für die mit dem Dissertationsthema in Zusammenhang stehenden Arbeiten wurde Dr. Nuß 1989 der Literaturpreis der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (ETG) zuerkannt. Danach befasste er sich am Elektrotechnischen Institut der Universität Karlsruhe mit der Modellbildung und dem Reglerentwurf stromrichtergespeister elektrischer Antriebe mithilfe zeitdiskreter Zustandsraumverfahren, worüber er 1994 habilitierte und er die Lehrbefähigung für das Fach „Regelung elektrischer Antriebe“ erhielt. Anschließend wechselte er zu einem mittelständischen Unternehmen der Antriebsbranche, wo er Software zur Regelung elektrischer Antriebe entwickelte und ab 1995 auch stellvertretender Entwicklungsleiter war. Hauptapplikationsfelder während seiner Industriezeit waren Aufzugs-, Kran- und Positionierantriebe, Antriebe für fliegende Scheren sowie Motoren- und Kraftfahrzeugprüfstände. Nach fast 10-jähriger Industrietätigkeit wurde Dr. Nuß im Jahr 2003 als Professor für elektrische Antriebe, Leistungselektronik und Regelungstechnik an die Hochschule Offenburg berufen, wo er seitdem in Studiengängen mit elektrotechnischer und mechatronischer Ausrichtung die Fächer Leistungselektronik, Industrielle Antriebe, Regelung elektrischer Antriebe sowie einige regelungstechnische Fächer vertritt. Schwerpunkte im Bereich der Forschung und Entwicklung sind die hochdynamische Regelung elektrischer Antriebe und anderer leistungselektronischer Applikationen, die er auch in Kooperationen mit Industriepartnern vorantreibt.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Dipl.-Ing. Bernd Hömberg
b.hoemberg@hdt.de
+49 201 1803-249