
Schutz von Generatoren, Kraftwerksblöcken und regenerativen Erzeugungsanlagen
Sie lernen die typischen Schutzfunktionen für Generatoren und Kraftwerksblöcke kennen. Für die regenerativen Energieanlagen erfolgt die Diskussion der Anforderungen an den Netzanschluss und die Ausführung der Netzentkopplung.
Zum Thema
Der zuverlässige, selektive Schutz von Generatoren und Kraftwerksblöcken leistet einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungszuverlässigkeit des Elektroenergiesystems und vermeidet eine unzulässige Beanspruchung der Betriebsmittel. Aus diesem Grund sind Kenntnisse hinsichtlich der Auswahl der Schutzfunktionen sowie der Schutzkonzepte erforderlich. Weiterhin ist die korrekte anlagenbezogene Parametrierung wichtig.
Für die Netzanbindung sind für die einzelnen Spannungsebenen Richtlinien für den Netzanschluss zu beachten. Diese müssen bei der Auslegung der Erzeugungsanlage sowie deren Kurzschlussströme berücksichtigt werden. Insbesondere sind die Anforderungen zur Netzentkupplung umzusetzen.
Zielsetzung
In der Fachveranstaltung werden die grundlegenden Kenntnisse zu erforderlichen Schutzfunktionen von Generatoren und Kraftwerksblöcken, deren Auswahl und das Zusammenwirken vermittelt. Praktische Ausführungsbeispiele für unterschiedliche Erzeugungsanlagen zeigen die Anwendung und Umsetzung der Schutz- und Netzentkupplungsfunktionen. Hierbei lernen Sie neben typischen Schutzeinstellungen auch die Auslegung von Stromwandlern kennen.
Teilnehmerkreis
Ingenieure, Techniker und Meister, die mit dem Schutz von Generatoren und Kraftwerksblöcken sowie regenerativen Erzeugungsanlagen beruflich konfrontiert werden. Der Kurs wendet sich an das Betriebs-, das Planungs- und Projektierungs- sowie Inbetriebsetzungspersonal und Berufseinsteiger.
Programm
- Kraftwerksblöcke mit Synchrongeneratoren in Block- und Sammelschienenschaltung
- Wasserkraft- und BHKW-Anlagen
- Wind-und Photovoltaikanlagen
- Fehlerursachen und Fehlerarten
- Typische Schutzprinzipien im Überblick
- Kurzschlussströme, Kurzschlussschutz (Überstrom-, Impedanz- und Differentialschutz)
- Ständerschlussschutz und Auslegung der Belastungseinrichtung
- Läufererdschlussschutz
- Untererregungsschutz
- Weitere Schutzfunktionen im Überblick (Schieflast-, Rückleistungs-, Spannungs- und Frequenzschutz)
- Übertragungsverhalten, Dimensionierungsempfehlung, Berechnungsbeispiel
- Fault-Ride-Through Anforderungen und Blindleistungseinspeisung im Fehlerfall
- Anforderungen und Prinzipien zur Netzentkupplung sowie Ausführungsbeispiele für das Mittel- und Hochspannungsnetz
- Doppelt gespeiste Asynchronmaschinen
- Vollumrichter-Anlagen (Regelungsprinzipien, Gegensystemstromeinspeisung, Beispiele für unterschiedliche Kurzschlussströme)
- Konzept für eine kleine und mittlere Blockschaltung
- Ausführung mit SIPROTEC 5-Schutzgeräten der Firma Siemens (Engineering-Beispiel mit DIGSI 5)
- Umsetzung der Netzentkupplung
Referenten
ehemals Siemens AG, Energy Management Division, Digital Grid, Protection Department
Hans-Joachim Herrmann, Studium Elektrotechnik, Informationstechnik, TU Dresden, 14 Jahre wissenschaftlicher Oberassistent in der Fachrichtung Schutztechnik, TH Zittau (jetzt FH Zittau), Promotion und Habilitation auf dem Gebiet der digitalen Schutztechnik, Fachbuchautor „Digitale Schutztechnik“ vde Verlag, 8 Jahre deutscher Vertreter in B5 (Protection and Automation) der CIGRE, 27 Jahre Tätigkeit auf dem Gebiet der Schutztechnik, Firma Siemens(verantwortliche Mitwirkung an allen SIPROTEC-Schutzgerätefamilien der Firma Siemens), Principal Key Expert Protection der Firma Siemens, weltweit anerkannter Fachexperte auf dem Gebiet der Schutztechnik, mehr als 100 Veröffentlichungen auf Konferenzen und in Zeitschriften, seit 35 Jahren Durchführung von Schulungen auf dem Gebiet der Schutztechnik
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
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Dipl.-Ing. Bernd Hömberg
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