
Ausbildung zum Toleranzmanager (ISO-GPS) inklusive Prüfung und Zertifikat
Das heutige ISO-GPS-System findet immer mehr Verbreitung in technologischen Entwicklungs-, Produktions- und Qualitätssicherungsabteilungen. Es gehört zu den umfangreichsten und weitreichendsten Standards in der ISO-Geschichte und wird stetig erweitert und aktualisiert.
Für Unternehmen und Einzelpersonen, die den Umgang mit dem komplexen Normensystem noch nicht gelernt haben, wird der Einstieg schwieriger, da komplexer. Zudem ist ISO-GPS ist ein obligatorisches Element für modellbasierte Produktdefinition (MBD) im Rahmen des „Industrie 4.0“-Ansatzes, der wichtig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu erhalten.
Herr Engelke geht in diesem 3-tägigen Seminar „Ausbildung zum Toleranzmanager (ISO-GPS) inklusive Prüfung und Zertifikat“ auf die richtige Wahl von Toleranzen bezüglich der Funktion, der Herstellung und des messtechnischen Nachweises ein. Es wird sowohl die richtige Bemaßung nach ISO 14405 als auch die richtige Anwendung der Form- und Lagetoleranzen nach ISO 1101 und ISO 1660 aufgezeigt. Insbesondere wird dargelegt, welche Geometrieabweichungen durch F+L-Toleranzen festgelegt werden und welche alternativen Eingrenzungen möglich sind. Anhand des Kapitels "prozessorientierte Tolerierung" werden weiterhin die Möglichkeiten zur Toleranzerweiterung bei Längenmaßen und F+ L-Toleranzen erläutert.
Zum Thema
Mit der neuen ISO-GPS-Maß-, Toleranz- und Oberflächennormung steht ein international bewährtes System zu Verfügung, welches eine vollständige Bauteilbeschreibung über die Phasen Konstruktion, Fertigung, Messung und Montage ermöglicht. Die praktische Anwendung zeigt, dass die bereichsübergreifende Kommunikation im Unternehmen und mit Zulieferanten vereinfacht, sowie Ausschuss und Nacharbeit reduziert werden. Der etwas höhere Beschreibungsaufwand macht sich schon kurzfristig in einer Kostenreduzierung bei erhöhter Qualität bemerkbar.
Die OEMs in der Automobilindustrie sowie auch größere Maschinenbauunternehmen haben mittlerweile Stabsstellen bzw. Fachabteilungen für Toleranzmanagement eingerichtet, um mit Hilfe einer verbesserten Bauteilbeschreibung eine höhere Sicherheit bei Neuanläufen bzw. Neuentwicklungen gewährleisten zu können. An dieser Entwicklung können alle Unternehmen teilhaben, die sich der Notwendigkeit unterziehen, das ISO-GPS-System umzusetzen.
Zielsetzung
Der hierfür konzipierte Lehrgang „Ausbildung zum Toleranzmanager (ISO-GPS) inklusive Prüfung und Zertifikat“ des HDT verfolgt das Ziel der Qualifizierung zum fachlich anerkannten Toleranzmanager. Das vermittelte Wissen versetzt Toleranzmanager und Toleranzmanagerinnen in die Lage, die Umsetzung von ISO-GPS im Unternehmen voranzutreiben und alle Fachabteilungen bei der Anwendung, Auslegung und Übertragung der Bemaßungs- und Tolerierungsregeln beraten zu können.
Teilnehmerkreis
- Techniker/innen und Ingenieur/innen aus dem Entwicklungs- und Konstruktionsbereich
- Qualitätsmanager/innen
- Fertigungsplanende des Maschinen-, Geräte-, Automobilbaus
USP
- Kompakte Ausbildung
- aktuelle Normen
- hohe Maßsicherheit bei neuen Produkten
Programm
- Bauteilbeschreibung und messtechnische Erfassung der Abweichungen
- Das ISO-GPS-Prinzip
- CAD-Modelle versus Fertigungszeichnungen
- Einsatz von Koordinatenmessgeräten und Auswertungstechniken
- Längenbemaßung nach ISO 14405
- Charakterisierung der Längenmaße mit Plus-/Minustoleranzen
- Angabe von Funktionsradien und Winkeln
- Berücksichtigung der Messunsicherheit nach ISO 14253
- Bedeutung der Allgemeintoleranzen nach ISO 2678, DIN 16742, ISO 13920 bzw. ISO 8062 und Toleranzregel nach DIN 30630
- Form- und Lagetolerierung
- Wahl eines Tolerierungsgrundsatzes (Unabhängigkeit nach ISO 8015 oder Hülle) • Spezifizierung von F+L-Toleranzen nach ISO1101
- Bezüge und Bezugssysteme nach ISO 5459 bzw. ideale Lehren nach Taylor • Tolerierung von Position und Muster nach ISO 5458
- Nutzung von Kompensationsbeziehungen nach ISO 2692
- Tolerierung von Nicht-Regelgeometrien nach ISO 1660
- Erweiterte Technologieangaben nach ISO 10135
- Grundprinzipien der CAD-Tolerierung nach ISO 16792
- Messung und Auswertung von F+L-Abweichungen
- Oberflächenbeschreibung
- Kenngrößen der Oberflächenqualität nach ISO 1302
- Erweiterte 3D-Beschreibung nach ISO 25178
- Messung und Filterung von Rautiefen
- Prozessorientierte Tolerierung
- Erstmusterprüfbericht und Prozesskenngrößen nach ISO 22514
- Verteilungen in der Klein- und Großserie
- Gaußsche Gesetze in der Toleranzsimulation
- Klassifizierung von Simulationsfällen und Auswertungen
Referenten
Beruflicher Werdegang:
- 2001 Technischer Zeichner bei der Siemens AG
- 2006 Geprüfter Konstrukteur bei der Siemens AG
- 2007 Nominierter Normungsexperte in den Bereichen GPS und TPD für die Siemens AG
- 2012 Standardisierungsexperte bei der Digitalisierung bei der Siemens AG
- 2020 Einstieg in die Bohn Engelke Partnerschaft
- Beiratsvorsitzender des Beirates des DIN-Normenausschusses Technische Grundlagen (NATG)
- Fachbereichsleiter des DIN Fachbereiches Geometrische Produktspezifikation und -prüfung (GPS)
- Fachbereichsleiter des DIN Fachbereiches Technische Produktdokumentation (TPD)
- Deutscher Delegationsleiter in den Bereichen ISO GPS und ISO TPD
Mehr zu diesem Thema
Häufig von Teilnehmenden gestellte Fragen zum Thema ‚Toleranzmanager (ISO-GPS)‘
Was ist ein Toleranzmanager (ISO-GPS)?
Ein Toleranzmanager (ISO-GPS) ist ein Experte für die normgerechte Spezifikation, Interpretation und Anwendung geometrischer Produktspezifikationen (GPS) nach den ISO-Normen. Er stellt sicher, dass technische Anforderungen eindeutig beschrieben und entlang der gesamten Prozesskette – von der Konstruktion bis zur Prüfung – richtig umgesetzt werden.
Was bedeutet ISO-GPS?
ISO-GPS steht für Geometrische Produktspezifikation (Geometrical Product Specifications). Das Normensystem definiert Regeln zur Beschreibung von Maßen, Formen, Lagen und Oberflächeneigenschaften von Bauteilen und ermöglicht eine weltweit einheitliche technische Kommunikation.
Welche Aufgaben hat ein Toleranzmanager?
Zu den wesentlichen Aufgaben gehören:
- Erstellung und Prüfung normgerechter technischer Zeichnungen
- Festlegung funktionsgerechter Toleranzen
- Analyse von Toleranzketten und Baugruppenfunktionen
- Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Mess- und Prüfverfahren
- Beratung von Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung
- Vermeidung von Interpretationsfehlern und Missverständnissen
- Optimierung von Qualität und Herstellkosten
Warum ist ein Toleranzmanager für Unternehmen wichtig?
Ein professionelles Toleranzmanagement sorgt dafür, dass Produkte funktionssicher, wirtschaftlich und reproduzierbar hergestellt werden können. Ein Toleranzmanager hilft dabei, Qualitätsprobleme zu vermeiden, Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen zu verbessern.
Welche Vorteile bietet die Anwendung von ISO-GPS?
Die Anwendung des ISO-GPS-Systems ermöglicht:
- Eindeutige technische Spezifikationen
- Weltweit verständliche technische Zeichnungen
- Höhere Produkt- und Prozessqualität
- Weniger Ausschuss und Nacharbeit
- Verbesserte Prüf- und Messsicherheit
- Effizientere Kommunikation mit Kunden und Lieferanten
- Reduzierte Entwicklungs- und Fertigungskosten
Welche Kenntnisse benötigt ein Toleranzmanager?
Ein Toleranzmanager benötigt fundierte Kenntnisse in:
- Maß-, Form- und Lagetolerierung
- Technischem Zeichnungslesen
- ISO-GPS-Normen und Symbolik
- Fertigungs- und Messtechnik
- Funktionsgerechter Bauteilauslegung
- Toleranzanalyse und Toleranzkettenberechnung
- Qualitätsmanagement und Prozessverständnis
Für welche Branchen ist die Qualifikation relevant?
Die Kompetenzen eines Toleranzmanagers sind insbesondere in folgenden Branchen gefragt:
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automobilindustrie
- Luft- und Raumfahrt
- Medizintechnik
- Elektrotechnik und Elektronik
- Werkzeug- und Formenbau
- Präzisions- und Feinwerktechnik
Für wen eignet sich eine Weiterbildung zum Toleranzmanager (ISO-GPS)?
Die Weiterbildung richtet sich insbesondere an:
- Konstrukteure und Entwicklungsingenieure
- Technische Zeichner und Produktentwickler
- Mitarbeiter der Qualitätssicherung und Messtechnik
- Fertigungsplaner und Arbeitsvorbereiter
- Produktionsingenieure
- Projektleiter und technische Führungskräfte
Welche praktischen Vorteile bietet die Qualifikation im Berufsalltag?
Ein Toleranzmanager kann technische Zeichnungen sicher interpretieren, funktionsgerechte Toleranzen festlegen und Probleme bereits in frühen Entwicklungsphasen erkennen. Dadurch werden spätere Änderungen, Qualitätsmängel und unnötige Kosten deutlich reduziert.
Warum gewinnt das Thema Toleranzmanagement zunehmend an Bedeutung?
Produkte werden immer komplexer, Entwicklungszyklen kürzer und internationale Zusammenarbeit nimmt zu. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Austauschbarkeit und Kosteneffizienz. Ein professionelles Toleranzmanagement nach ISO-GPS wird deshalb zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und zu einer wichtigen Qualifikation für technische Fach- und Führungskräfte.
Welche Bedeutung hat die Fertigungsmesstechnik im Toleranzmanagement?
Die Fertigungsmesstechnik stellt sicher, dass Maß-, Form- und Lagetoleranzen zuverlässig geprüft und bewertet werden können. Sie schafft die Grundlage für objektive Qualitätsaussagen, unterstützt die Prozessüberwachung und hilft dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Eine auf die Toleranzanforderungen abgestimmte Messtechnik trägt wesentlich zur Produktqualität, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit bei.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Mi. 11.11.2026, 17:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
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+49 201 1803-1
Ute Jasper
U.Jasper@hdt.de
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