
Befähigte Person für den Explosionsschutz: Elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen
Im 3-tägigen Seminar (Weiterbildung) Befähigte Person Explosionsschutz: Elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen erfahren Sie an zwei Tagen die Inhalte als Voraussetzung, um sich am 3. Tag im Rahmen einer Prüfung zur "Befähigten Person Explosionsschutz" zu qualifizieren.
Sie erfahren im Seminar physikalische, technische und rechtliche Grundlagen des Explosionsschutzes (Explosionsgefahren), die Europäischen Richtlinie ATEX 114 und ATEX 153 werden vorgestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt im Seminar liegt auf Zündschutzarten für explosionsgeschützte elektrische Geräte und der Eigensicherheit von Geräten, dem Errichten elektrischer Anlagen in Ex-Schutz-Bereichen und dem Staub-Explosionsschutz.
Der nicht-elektrische Explosionsschutz wird kurz behandelt, aber der Betrieb, die Instandhaltung und Prüfung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen ausführlich dargestellt.
Am 3. Tag des Seminars findet die Prüfung zur befähigten Person Prüfungen zum Explosionsschutz gemäß Anhang 2, Abschnitt 3, Absatz 5.2 der BetrSichV statt.
Zum Thema
Befähigte Personen müssen ihre Kenntnisse durch Teilnahme an Schulungen oder Unterweisungen aktuell halten. Eine Frist zur Wiederholung ist nicht vorgegeben.
Nach DIN EN 60079-14 (VDE 0165-1) muss das mit Arbeiten an elektrischen Anlagen in Ex-Bereichen betraute Personal "regelmäßig" an Schulungen teilnehmen. Auch hier ist keine Frist vorgegeben.
Der Zeitraum zwischen zwei Schulungen sollte aber möglichst drei Jahre nicht überschreiten, damit Ihr Wissen bei Änderung der Normen, Regeln, Richtlinien und Verordnungen stets aktuell bleibt.
TRBS 1201-1: Die Qualifikation der zur Prüfung befähigten Person muss der Schwierigkeit bzw. Komplexität der Prüfaufgabe angemessen sein, so dass die Prüfung sachgerecht durchgeführt werden kann. Durch den Arbeitgeber ist festzulegen, in welcher Form die befähigte Person ihre Kenntnisse auf aktuellem Stand halten muss. Es sind dazu Schulungen oder Unterweisungen erforderlich.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), Anh. 2, Abschnitt 3, Nr. 3.1: Die zur Prüfung befähigte Person muss ihre Kenntnisse über Explosionsgefährdungen durch Teilnahme an Schulungen oder Unterweisungen auf aktuellem Stand halten.
Die aktuelle BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung) fordert also zwingend die Teilnahme an Schulungen oder Unterweisungen (Weiterbildung).
Zielsetzung
Die rechtlichen Grundlagen, die Behandlung der technischen Anforderungen an die Geräte (Zündschutzarten), die Vorschriften zur Installation, Betreiben, Warten und Prüfen elektrischer Anlagen bilden die Schwerpunkte des Praxis-Seminars. Befähigte Personen können ihre Kenntnisse durch die Teilnahme an diesem Seminar aktuell halten.
Als Teilnehmer mit ausreichender Berufserfahrung machen Sie sich in der Schulung mit dem neuesten Stand der Technik auf dem Gebiet des Explosionsschutzes vertraut.
Nach erfolgreicher Prüfung am 3. Tag kann Ihr Arbeitgeber Sie zur Befähigten Person Ex-Schutz nach BetrSichV ernennen.
Teilnehmerkreis
Planer, Sicherheitsingenieure, Verantwortliche der Bereiche Anlagenbetrieb und Instandhaltung, die ein umfassendes Bild über die rechtlichen Anforderungen des Explosionsschutzes benötigen und technische sowie organisatorische Lösungen kennen müssen, alle Mitarbeiter, die nach der Betriebssicherheitsverordnung als zur Prüfung Befähigte Person für Prüfungen im Explosionsschutz tätig werden wollen.
Programm
- Physikalische und technische Grundlagen des Explosionsschutzes
- Explosionen: Voraussetzungen, Auswirkungen, Beispiele
- Stoffeigenschaften und Stoffkennwerte (Explosionsgrenzen, Zündtemperatur, -energie)
- Zündquellen, Explosionsverhalten, Explosionsgruppen
- Europäische Richtlinie 2014/34/EU (ATEX 114) und deren nationale Umsetzung durch die ExVO
- Nationale Umsetzung (Explosionsschutzverordnung)
- Gerätegruppen und Gerätekategorien, Kennzeichnung von Betriebsmitteln
- Konformitätserklärung, Betriebsanleitung, EU-Baumusterprüfbescheinigung
- Nationale Umsetzung der Richtlinie 1999/92/EG (ATEX 153) durch Gefahrstoffverordnung und Betriebssicherheitsverordnung
- Nationale Umsetzung durch Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und TRGS und Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und TRBS
- Anforderungen an Arbeitsmittel (Gefährdungsbeurteilung, Prüfungen)
- Anforderungen an Ex-Anlagen (Zoneneinteilung, Explosionsschutzdokument)
- Kurzeinführung in die Elektrostatik
- Aufladeprozesse (Triboelektrizität, Influenz), Materialeigenschaften (leitfähig, ableitfähig, isolierend)
- Entladungsarten, (Funken-, Büschel- Gleitstielbüschelentladungen)
- Schutzmaßnahmen (Erdung, Flächen-, Durchmesser-, Dickenbegrenzung)
- Zündschutzarten für explosionsgeschützte elektrische Geräte
- Funktionsprinzipien und Besonderheiten der Zündschutzarten
- Technische Kennzeichnung von Betriebsmitteln
- Beispiele für die Anwendung der Zündschutzarten
- Errichten elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen
- Allgemeine Anforderungen
- Auswahl der explosionsgeschützten elektrischen Geräte
- Technische Anforderungen
- Kurzeinführung in den nicht-elektrischen Explosionsschutz
- Funktionsprinzipien und Besonderheiten der Zündschutzarten
- Technische Kennzeichnung von Betriebsmitteln
- Beispiele für die Anwendung der Zündschutzarten
- Ausführliche Behandlung der Zündschutzart Eigensicherheit
- Funktionsprinzip, Begriffe, Kennzeichnung
- Installation eigensicherer Stromkreise
- Nachweis der Eigensicherheit mit Beispielen
- Schriftliche Abschlussprüfung
Referenten
ehem. Pepperl+Fuchs SE
Thomas Westers, Jahrgang 1961, begann seinen Berufsweg bei den Technischen Werken Ludwigshafen AG. Nach mehrjähriger Erfahrung im Steuerungs-und Schaltanlagenbau wechselte er 1989 zu Pepperl+Fuchs SE in Mannheim. Zunächst als Anwendungsberater mit Beratungsschwerpunkt in den Branchen Chemie, Öl und Gas, Pharmazie und Energieerzeugung. Seit 2000 dann als Produktmarketingmanager für Feldbus- und Remote I/O Systeme für explosionsgefährdete Bereiche. Seit 2008 ist er Trainer und Seminarleiter für Explosionsschutz und Feldbussysteme. Weiterhin Mitglied in Arbeitsgruppen des ZVEI, der IEC der FDTGroup AISBL und des PACTware Consortium e.V.
Hinweise
Die Teilnahme an den ersten beiden Seminartagen dient als Voraussetzung zur Teilnahme an der Prüfung.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Dipl.-Ing. Bernd Hömberg
b.hoemberg@hdt.de
+49 201 1803-249



