
Diagnoseverfahren an Schaltanlagen und Transformatoren
In diesem Seminar erlernen Sie Grundlagen über Teilentladungen in Isolationssystemen von Schaltanlagen und Transformatoren. Behandelt werden Teilentladungs-Messtechnik, Prüfverfahren und -umfang, sowie Qualitätssicherung. Das Seminar vermittelt Theorie und Praxiserfahrung zur Zustandsbewertung von Mittelspannungs- und Hochspannungsnetzen. Hierbei werden die wesentlichsten Gesichtspunkte zur Zustandsbewertung auf der Grundlage bestehender Normen und Richtlinien vermittelt.
Zum Thema
Hoch- und Mittelspannungs-Schaltanlagen als Knotenpunkte der Übertragungs- und Verteilnetze sowie Transformatoren besitzen für die Sicherung einer hohen Energieversorgungsqualität eine zentrale Bedeutung. Unter Beachtung des zunehmenden Kostendrucks auf Netzbetreiber und Anlagenerrichter ist die Zuverlässigkeit und Qualität der jeweiligen Betriebsmittel zu gewährleisten. Die Verlängerung der Brauchbarkeitsdauer der Betriebsmittel unter Nutzung geeigneter Diagnose- und Monitoringverfahren gewinnen hier an Bedeutung.
Das 2-tägige Seminar präsentiert die Theorie sowie Fakten und Praxiswissen zur Diagnostik von Transformatoren und Schaltanlagen im Bereich von Mittelspannungs- und Hochspannungsnetzen.
Hierbei werden die wesentlichsten Gesichtspunkte zur Zustandsbewertung auf der Grundlage bestehender Normen und Richtlinien vermittelt. Anhand zahlreicher Beispiele wird die Wissensvermittlung anwendungsgerecht unterstützt.
Zielsetzung
In diesem Seminar werden Grundlagen über die Entstehung und Arten von Teilentladungen an Isolationssystemen von Hoch- und Mittelspannungs-Schaltanlagen sowie Transformatoren vermittelt. Des weiteren wird ein Überblick über den heutigen Stand der TE-Messtechnik und des TE-Monitoring gegeben. Prüfverfahren und -umfang, Prüfablauf und Grenzwerte sowie Maßnahmen bezüglich der Qualitätssicherung und Abschätzung der Brauchbarkeitsdauer werden diskutiert.
Das Seminar stellt Theorie, Faktenwissen und Praxiserfahrung in Bezug auf die Zustandsbewertung von Transformatoren und Schaltanlagen in Mittelspannungs- und Hochspannungsnetzen vor.
Sie werden in die Lage versetzt, auf Basis des aktuellen Normenbezugs und der Praxiserfahrung Transformatoren und Schaltanlagen zu bewerten und zu betreiben.
Das Seminar unterstützt erfahrene Betriebs- und Planungsingenieure bei der Auffrischung vorhandener Kenntnisse, Jungingenieure erhalten einen systematischen Einblick in das Know-How dieses Fachgebiets.
Teilnehmerkreis
Führungskräfte, Ingenieure, Techniker und Meister aus Energieversorgung und Industrie, die mit Beschaffung, Planung, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung von Schaltanlagen und Transformatoren befasst sind.
Ingenieure und Techniker aus dem Asset Management oder des Netzbetriebs der regionalen Energieversorgung, der Stadtwerke und der Industrie sowie Planungsbüros und Technischen Überwachungsorganisationen aus den Bereichen Beschaffung, Planung, Errichtung, Betrieb von Elektroenergieversorgungsnetzen
USP
- TE-Diagnose
- Abschätzung des Restlebensdauer
- Schalter, Transformatoren und Wandler
Programm
Diagnoseverfahren zur Qualitätssicherung in Mittel- und Hochspannungsnetzen
- Allgemeiner Aufbau und Bauweisen von Schaltanlagen und Transformatoren
- Isolationssysteme in Schaltanlagen und Transformatoren
- Aufbau von Durchführungen
- Lebensdauererwartung von Betriebsmitteln – Belastung und Alterung
- Ursachen für dielektrische Fehler – Ausfallraten - Diagnoseverfahren
- Lebenszyklen von Betriebsmitteln – Prüfprozeduren - Zustandsbewertung
- Motivation zu qualitätssichernden HS-Prüfungen und Diagnoseverfahren
- Prüfprozeduren innerhalb der Lebenszyklen von elektrischen Betriebsmitteln
Teilentladungen an elektrischen Betriebsmitteln (Messung – Detektion – Ortung)
- Allgemeines
- Historie
- Entstehung und Klassifizierung von Teilentladungen (TE) – Arten und Quellen
- Erfassung und Messung von Teilentladungen
- TE-Detektion / TE-Ortung als geeignetes Diagnoseverfahren
- Prüfaufbau der TE-Messung unter Baustellenbedingungen
- Störsignalunterdrückung Interpretation von Messdaten
- Charakteristische Fehlstellen von MS- und HS-Isolationssystemen
- Kosten-Nutzen-Betrachtung
Gemeinsame Abendveranstaltung zum weiteren Erfahrungsaustausch
Chemische Analysen des Öles von Transformatoren – Grundlage für weitere diagnostische Verfahren
- Allgemeines
- Zustand eines betriebssicheren Transformators - Alterungseffekte
- CPA – Chemisch physikalische Analyse
- DGA – Gas in Öl-Analyse
- Furan-Analyse
Elektrische Diagnoseverfahren an Transformatoren
- Überblick
- Messung der Wicklungswiderstände
- Messung der Übersetzung
- Messung der Isolationswiderstände
- Messung der Kapazitäts- und Verlustfaktoren an Durchführungen
- Messung der Kapazitäts- und Verlustfaktoren an Transformatoren
- 0,4-kV-Messung (Leerlauf / Kurzschluss)
Dielektrische Diagnoseverfahren an Transformatoren
- Überblick
- Bestimmung der Feuchte in der Isolation (Öl/Papier)
- Grundlagen – Bestimmung der Feuchte an Transformatoren
- Polarization Depolarization Current (PDC) / Frequency domain spectroscopy (FDS)
- Messaufbau PDC/FDS
- Bewertung der Ergebnisse
- Überprüfung mechanischer Wicklungsschäden mittels Übertragungsfunktion
- Grundlagen – Bestimmung von Wicklungsdeformationen
- Sweep Frequency Response Analysis (SFRA)
- Messaufbau SFRA
- Bewertung der Ergebnisse
Methoden zur Zustandsbewertung von Transformatoren im Rahmen des Asset Managements
- Risikobewertung
- Lebensdauerverbrauch
- Bewertung der Diagnoseergebnisse
- Flottenmanagement
Im praktischen Teil wird das erlangte theoretische Grundlagenwissen des Seminars an Laborplätzen vertieft und selbstständig angewendet. Die wesentlichen theoretischen Grundlagen werden entsprechend wiederholt. Hierfür werden nachfolgende praktische Übungen im Rahmen der vorgenannten Vorträge durchgeführt:
- TE-Messung an elektrischen Betriebsmitteln
- TE-Ortung (akustisch) an Transformatoren
- Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes von Transformatoren
- FRA – Messungen an Transformatoren
- Vor – Ort – Diagnose an kapazitiv gesteuerten Durchführungen
Abschlussdiskussion
Referenten
Prof. Dr.-Ing. Gerd Valtin war nach dem Studium und Promotion an der Technischen Hochschule Leipzig als Projektleiter bei der Energieversorgung Sachsen Ost AG (ENSO, heute SachsenNetze HS.HD GmbH) in Dresden beschäftigt. Ab 2000 übernahm er im gleichen Unternehmen die Leitung verschiedener Fachgruppen.
Vom 01.03.2010 bis zum 28.02.2018 war Gerd Valtin Professor für Elektrische Energieversorgung am Institut für EET an der HTWK Leipzig.
Bis zum 31.12.2019 leitete Prof. Valtin das Forschungsprojekt „SMART TR“ als Gastwissenschaftler an der HTWK Leipzig.
Seit dem 01.März 2018 ist Gerd Valtin Professor für Elektroenergieversorgung an der Fakultät Elektrotechnik an der HTW Dresden. In dieser Funktion werden die Lehrgebiete - Elektrische Energieversorgung - Elektrische Netze – Berechnung von Transformatoren - Hochspannungs- und Isoliertechnik – Kraftwerks- und Netztechnik – Funktionale Sicherheit vertreten.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Do. 03.12.2026, 17:00 Uhr
Neumarkt 9
01067 Dresden
DE
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Katrin Dietz
k.dietz@hdt.de
+49 201 1803-462


