
Funktionale Sicherheit bei Maschinen gemäß DIN EN ISO 13849
Funktionale Sicherheit wird immer dann gebraucht, wenn das Leben oder die Gesundheit von Menschen von elektronischen Steuerungssystemen abhängt. Für Maschinen ist die gängigste Norm der Funktionalen Sicherheit die DIN EN ISO 13849.
Es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer abschließenden Prüfung im Rahmen des Seminars.
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme.
Dieses Seminar richtet sich an Konstrukteure/-innen, die die Anforderungen an die Funktionale Sicherheit umsetzen müssen, die sich aus der Risikobetrachtung gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42 EG und der DIN EN ISO 12100 ergibt. Dabei wird auch auf die Schnittstelle der Funktionales Sicherheit zur Maschinenrichtlinie eingegangen.
Die für die Erstellung von Sicherheitsfunktionen elektromechanischer, elektronischer, hydraulischer und pneumatischer Systeme von Maschinen notwendigen Kenntnisse werden in diesem Kurs vermittelt.
Wichtige Aspekte hierbei sind:
- Kenntnisse der rechtlichen Anforderungen aus der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, der DIN EN ISO 13849, der DIN EN ISO 12100, sowie deren Wechselwirkungen.
- Um rechtskonform arbeiten zu können muss der Hersteller und Betreiber von Maschinen die Auswirkungen dieser Anforderungen kennen und umsetzen können.
- Viele praxisorientierte Beispiele unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade runden diesen praxisnahen Workshop ab.
- Sicherheitsfunktionen gemäß DIN EN ISO 13849
- Aufbau, Inhalte und Anforderungen der DIN EN ISO 13849
- Vergleich der DIN EN ISO 13849 und ihrer Begriffe mit der DIN EN 62061
- Erläuterung der Begriffe der DIN EN ISO 13849 wie PL, Kategorie, PFHD, DC, CCF, B10D, T10D,
- MTTFD
- Kategorien der DIN EN ISO 13849 anhand von Schaltungsbeispielen
- Wo finden sich Kennwerte und welche dürfen verwendet werden?
- Kennwerte aus Norm und Herstellerangaben
- Validierung
- Verwendung der Ergebnisse der Normanwendung in nachfolgenden Prozessen wie z. B. der
- Technischen Dokumentation gemäß Maschinenrichtlinie
Zum Thema
Weiterhin können individuelle Fragestellungen im Rahmen des Workshops behandelt und besprochen werden, so dass jeder Teilnehmer wieder mit dem guten Gefühl, wieder auf dem aktuellen Stand zu sein, das Seminar verlässt.
Zielsetzung
Dieser Workshop dient dazu, die notwendige Fachkunde zur rechtlichen Umsetzung der DIN EN ISO 13849 zu erlangen und Hilfestellungen zur praktischen Umsetzung zu erhalten.
Teilnehmerkreis
- Führungskräfte
- Mitarbeiter/-innen der technischen Dokumentation
- Projektleiter/-innen
- Mitarbeitende der Entwicklung und Konstruktion von Maschinen mit elektrischen, elektronischen, hydraulischen oder pneumatischen Komponenten
- Fertigung und Produktion
- Maschinenabnahme
- Qualitätsmanagement
Programm
- Rechtliche Grundlagen
- Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)
- 9. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz – Maschinenverordnung (9. ProdSV)
- Maschinenrichtlinie (Richtlinie 2006/42/EG)
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchutzG)
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
- Zusammenhang zwischen Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100 und Funktionalen Sicherheit nach DIN EN ISO 13849
- Rechtliche Stellung der MRL 2006/42/EG
- Maschinenrichtlinie – Anwendungsbereich
- Gesamtheit von Maschinen
- Wesentliche Änderung
- Harmonisierte Normen
- Grenzen festlegen
- Risikominderung nach DIN EN ISO 12100
- Risikobeurteilung nach DIN EN 12100 als Basis für Anforderungen der Funktionalen Sicherheit
- Aufbau der DIN EN ISO 13849
- Vergleich mit DIN EN 62061
- Ausfallkurven – Weibullverteilung - Zuverlässigkeit
- Begriffe der DIN EN ISO 13849 SRP/CS
- Sicherheitsfunktion
- Gefahrbringender Ausfall
- Performance Level (PL)
- Erforderlicher (required) Performance Level (PLr)
- Wahrscheinlichkeit eines gefahrbringenden Ausfalls pro Stunde (Probability of Dangerous Failure per Hour) (PFHD)
- Erwartungswert der mittleren Zeit bis zum Ausfall (Mean Time to Failure) (MTTF)
- Erwartungswert der mittleren Zeit bis zum gefahrbringenden Ausfall (Mean Time to Dangerous Failure) (MTTFd)
- Erwartete Anzahl von Zyklen, bei der 10 % der Bauteile ausgefallen sind (B10)
- Erwartete Anzahl von Zyklen, bei der 10 % der Bauteile gefahrbringend ausgefallen sind (B10d)
- Erwartungswert der mittleren Zeit, bis 10 % der Komponenten gefahrbringend ausgefallen sind (T10d)Schalthäufigkeit (Number of Operations) Mittlere Zahl jährlicher Betätigungen (nOP)
- Diagnosedeckungsgrad (DC)
- Ausfall infolge gemeinsamer Ursachen (Common Cause Failure) (CCF)
- Sicherheitsfunktionen
- Hardware-Kategorien (B, 1,2,3,4)
- bewährte Bauteile
- Sicherheitsfunktionen festlegen
- PLr mit Risikograph bestimmen
- Systematisches Vorgehen
- Schaltungen mit Blockdiagrammen modellieren
- Beispiele / Übungen Blockdiagramme
- Bauteile auswählen
- Woher Kennwerte nehmen?
- Manipulationsanreize
- Fehlerausschlüsse
- Dokumentation
- Validierung
- Einfluss der Ergebnisse auf Maschinendokumentation
- (Risikobeurteilung und Betriebsanleitung)
- Diskussionen
Hinweise
Dieser Veranstaltung vorangestellt ist ein E-Learning Part.
Hierzu werden Ihnen im Vorfeld des Seminars Unterlagen in unserem hdt+ digitalen Campus zur Verfügung gestellt.
Bitte erarbeiten Sie die Unterlagen vor Beginn der Veranstaltung. Die Kenntnisse des Inhaltes werden zum Einstieg in die Thematik dieser Veranstaltung vorausgesetzt und im ersten Schritt zu Beginn der Veranstaltung besprochen.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Mi. 24.05.2028, 16:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
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