
Modularisierung im Maschinenbau
Die Variantenvielfalt im Maschinenbau nimmt seit Jahren zu und führt in vielen Unternehmen zu wachsender Komplexität in Entwicklung, Produktion und Auftragsabwicklung. Steigende interne Bauteilvielfalt, aufwendige Abstimmungsprozesse und höhere Kosten erschweren eine wirtschaftliche Beherrschung des Produktportfolios. Die systematische Modularisierung im Maschinenbau bietet hier einen wirksamen Ansatz, um externe Kundenvielfalt zu ermöglichen und zugleich die interne Komplexität gezielt zu reduzieren. Das Seminar zeigt, wie modulare Produktbaukästen methodisch entwickelt und im Unternehmen wirksam verankert werden können.
Die Veranstaltung verbindet Grundlagen des Komplexitätsmanagements mit einer klar strukturierten Vorgehensweise zur Entwicklung modularer Produktbaukästen im Maschinenbau. Besonders hervorzuheben sind die methodische Herleitung über Markt-, Produkt- und Prozessanalyse, der direkte Bezug zur Planung von Standards und Varianz sowie die Überführung des Baukastenkonzepts in eine Konfigurationslogik. Workshops, Praxisbeispiele und die Betrachtung der organisatorischen Verankerung sorgen dafür, dass das Thema nicht abstrakt bleibt, sondern unmittelbar in den betrieblichen Alltag übertragen werden kann.
Zum Thema
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die systematische Gestaltung modularer Produktbaukästen für den Maschinenbau. Behandelt werden die Grundlagen des Komplexitätsmanagements, die Analyse von Markt- und Kundenanforderungen sowie die strukturierte Betrachtung bestehender Produkte und Prozesse. Darauf aufbauend werden Methoden zur Definition von Standards und zur gezielten Planung der erforderlichen Variantenvielfalt vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer Konfigurationslogik, mit der sich Produkte entsprechend kundenspezifischer Anforderungen strukturiert und effizient zusammenstellen lassen. Ergänzend werden die organisatorische Verankerung und die Steuerung einer Baukastenstrategie behandelt. Praxisbeispiele und Workshops verdeutlichen, wie sich das Vorgehen auf unterschiedliche industrielle Anwendungsfälle übertragen lässt.
Zielsetzung
Die Veranstaltung vermittelt eine methodisch durchgehende und praxisorientierte Vorgehensweise zur Entwicklung modularer Produktbaukästen. Im Fokus stehen die Reduktion interner Variantenvielfalt, die Beherrschung von Komplexitätskosten sowie die Schaffung einer belastbaren Grundlage für Standardisierung, Konfiguration und effiziente Produktstrukturen. Damit unterstützt das Seminar produzierende Unternehmen dabei, Baukastenkonzepte strategisch und operativ nutzbar zu machen.
Teilnehmerkreis
Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus dem Maschinenbau und anderen produzierenden Unternehmen, die mit der Gestaltung, Weiterentwicklung oder Steuerung komplexer Produktportfolios befasst sind. Angesprochen sind insbesondere Komplexitätsmanagerinnen und -manager, Variantenmanagerinnen und -manager, Produktmanagerinnen und -manager, Produktentwicklerinnen und -entwickler sowie Verantwortliche für Produktarchitektur und Baukastensysteme. Die Veranstaltung ist zudem relevant für Personen, die Standardisierung, Modularisierung und Konfigurationslogiken im Unternehmen methodisch voranbringen möchten.
Programm
- Begrüßung und Kennenlernen
- Einführung in das Komplexitätsmanagement
- Markt- und Sortimentsanalyse zum Management der externen Vielfalt
- Produktstrukturierung zum Management der internen Vielfalt
- Workshop Teil 1: Markt- und Produktanalyse
- Definition von Baukastenstandards
- Workshop Teil 2: Abgleich Markt- und Produktsicht
- Review des ersten Tages
- Bewertung von Produktvarianten mittels Komplexitätskosten
- Baukastenkonfiguration
- Workshop Teil 3: Baukastenstandards
- Organisatorische Verankerung
- Steuerung von Produktbaukästen
- Wrap-up "What to do on Monday"
Referenten
Complexity Management Academy GmbH
Dr. Alexander Keuper ist Geschäftsführer der Complexity Management Academy GmbH und Oberingenieur für Innovationsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen. In zahlreichen Industrie- und Forschungsprojekten beschäftigt er sich mit dem Komplexitäts- und Innovationsmanagement der produzierenden Industrie.
Mehr zu diesem Thema
Modularisierung im Maschinenbau: Komplexität beherrschen, Variantenmanagement verbessern, Gesamtkosten senken
Variantenreiche Maschinen und kundenspezifische Lösungen sind in der Industrie längst Standard – und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen für Unternehmen im Maschinenbau und Anlagenbau. Mit jeder Produktvariante steigen Komplexität, Komplexitätskosten und der Abstimmungsaufwand im Projektmanagement: Schnittstellen, Stücklisten, Änderungsstände und Lieferketten erzeugen Wechselwirkungen, die Prozesse verlangsamen und Kosteneffekte über den gesamten Lebenszyklus treiben. Das Seminar „Modularisierung im Maschinenbau“ setzt genau hier an und vermittelt praxisorientiertes Basiswissen, Methoden, Werkzeuge und Vorgehensweisen, um die complexity systematisch zu steuern – von der Identifikation der Komplexitätstreiber über die Strukturierung von Produktarchitekturen bis zur Umsetzung im Betrieb.
Im Mittelpunkt steht ein wirkungsvolles Variantenmanagement: Wie lassen sich Produktportfolio und Produktprogramm so gestalten, dass Kundenanforderungen erfüllt werden, ohne dass Produkt- und Prozesskomplexität aus dem Ruder läuft? Teilnehmende lernen, Variantenentscheidungen fundiert zu treffen, Produktportfolios zu konsolidieren und modulare Baukästen zielgerichtet zu entwickeln – inklusive der Bedeutung von Plattformen, Standards und klar definierten Schnittstellen. Besonders wertvoll sind dabei Praxisbeispiele aus produzierenden Unternehmen sowie typische Szenarien aus Entwicklung und Betrieb, in denen Modulstrategien messbar zum Erfolg beitragen – etwa durch bessere Wiederverwendung, kürzere Entwicklungszeiten und reduzierte Gesamtkosten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verzahnung mit operativen Abläufen: Modularisierung wirkt nur dann nachhaltig, wenn sie in Prozesse und Organisation integriert wird – von der Einführung über die Durchführung bis zur kontinuierlichen Verbesserung. Dazu gehören auch agile Arbeitsweisen, klare Entscheidungslogiken und Transparenz in der Wertschöpfung, z. B. durch Wertstromanalyse. So verbessern Sie nicht nur die Effizienz in Entwicklung und Fertigung, sondern stärken auch Prozesssicherheit und Produktsicherheit im jeweiligen Umfeld (z. B. dokumentierte Schnittstellen, konsistente Anforderungen, weniger Fehler durch Variantenwildwuchs).
Das Veranstaltungsformat richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Entwicklung, Konstruktion, Produktmanagement, Industrial Engineering, Projektleitung und Produktion. Die Zielgruppe profitiert besonders, wenn sie in variantenreichen Produktwelten arbeitet und praktische Ansätze für bessere Entscheidungen sucht – mit einem Mix aus Input, Diskussion, Übungen, Werkzeuganwendung und Beratung-naher Transferlogik. Auch wer bereits Erfahrung mit Baukästen hat, gewinnt durch strukturierte Methoden zur Portfolio- und Komplexitätssteuerung neue Impulse – bis hin zu konkreten Handlungsplänen für das eigene Projekt.
Hinweis für Teilnehmende: Für maximale Wirksamkeit empfiehlt sich, eigene Beispiele aus dem Unternehmen (Produktstruktur, Varianten, typische Änderungsfälle) mitzubringen. So lassen sich die Inhalte direkt auf das eigene Produktprogramm übertragen – ganz ohne „Komforteinstellungen“, sondern mit einem klaren Fokus auf Umsetzung und messbare Effekte.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Mi. 07.10.2026, 16:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Uwe Schröer
u.schroeer@hdt.de
+49 201 1803-388