
Prozessorientierte Sicherungspläne nach ADR und IMDG mit der PAAG-Methode erstellen
Unternehmen, die Hochrisiko-Gefahrgüter nach Kapitel 1.10 ADR/RID oder Kapitel 1.4 IMDG-Code befördern, lagern oder umschlagen, sind verpflichtet, einen Sicherungsplan zu erstellen. Eine besondere Herausforderung besteht darin, sicherheitsrelevante Prozesse systematisch zu analysieren und potenzielle Sicherungsrisiken nachvollziehbar zu bewerten. Die Regelwerke schreiben zwar die Durchführung einer Risikobewertung vor, machen jedoch keine Vorgaben zur geeigneten Methodik.
Das Seminar zeigt, wie sich die aus der Anlagensicherheit bekannte PAAG-Methode (HAZOP) erfolgreich auf die Erstellung von Sicherungsplänen übertragen lässt. Die Methode ermöglicht eine strukturierte, leicht nachvollziehbare und reproduzierbare Bewertung kritischer Prozesse und eignet sich insbesondere für Unternehmen, die eine praxistaugliche Alternative zu komplexen Risikoanalyseverfahren suchen. Die PAAG-Methode zeichnet sich durch ihre einfache Anwendbarkeit, geringe Einstiegshürden und den kreativen Workshop-Ansatz aus.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung. Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden im Rahmen eines Workshops einen Sicherungsplan für einen beispielhaften Gefahrgutprozess. Dabei werden Prozessschritte definiert, Risiken mithilfe der PAAG-Leitworte identifiziert und geeignete Maßnahmen abgeleitet. Das Planspiel vermittelt unmittelbar, wie sich die Methode im eigenen Unternehmen einsetzen lässt und erleichtert den Transfer in die Praxis.
Zum Thema
Für Unternehmen, die Hochrisiko-Gefahrgüter (High Consequence Dangerous Goods, HCDG) befördern oder lagern, sind Sicherungspläne gesetzlich vorgeschrieben. Das Seminar vermittelt, wie sich kritische Prozesse mit der international etablierten PAAG- bzw. HAZOP-Methode systematisch analysieren und dokumentieren lassen. Im Mittelpunkt stehen die praktische Erstellung von Sicherungsplänen, die Bewertung von Sicherungsrisiken sowie die Durchführung eines moderierten Workshops anhand eines realitätsnahen Prozessbeispiels.
Zielsetzung
Die Teilnehmenden lernen die Anforderungen an Sicherungspläne nach ADR/RID und IMDG-Code kennen und können die PAAG-Methode zur strukturierten Risikoermittlung anwenden. Sie sind anschließend in der Lage, sicherungsrelevante Prozesse zu analysieren, Risiken nachvollziehbar zu dokumentieren und Sicherungspläne praxisgerecht zu erstellen oder weiterzuentwickeln.
Teilnehmerkreis
Das Seminar richtet sich an Gefahrgutbeauftragte, Sicherheitsbeauftragte, Gefahrgutverantwortliche sowie Fach- und Führungskräfte aus Logistik, Versand, Produktion, Lager, Gefahrstoffmanagement und Anlagensicherheit. Ebenso angesprochen sind Verantwortliche für Security und Compliance sowie Mitarbeitende aus Unternehmen, die Hochrisiko-Gefahrgüter nach ADR/RID oder IMDG-Code befördern, lagern oder umschlagen und Sicherungspläne erstellen oder fortschreiben müssen.
Programm
Rechtliche Grundlagen
- Anforderungen aus Kapitel 1.10 ADR/RID
- Sicherungsanforderungen nach Kapitel 1.4 IMDG-Code
- Hochrisiko-Gefahrgüter und Sicherungsplanpflicht
- Bezugsetzung zum Sicherheitsüberprüfungsgesetz und zur Sicherheitsüberprüfungsfeststellungsverordnung
- Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Aufbau eines Sicherungsplans
- Inhalt und Struktur eines Sicherungsplans
- Kritische Prozesse identifizieren
- Anforderungen an Dokumentation und Aktualisierung
- Zusammenarbeit der beteiligten Stellen
Dokumentation von Prozessen
- Methoden zur Prozessdokumentation
- [ ] Swim-Lane
- [ ] Makigami
- [ ] SIPOC
- [ ] Prozess-Schildkröte (ggf.)
- Grundlagen und Anwendungsprinzip
- Leitworte der PAAG-Methode
- Abgrenzung zu FMEA und Fehlerbaumanalyse
- Vorteile der Methode für Sicherungspläne
Prozessanalyse und Risikoermittlung
- Definition des Soll-Prozesses
- Identifikation möglicher Abweichungen
- Ursachen- und Auswirkungen analysieren
- Geeignete Gegenmaßnahmen ableiten
Workshop: Erstellung eines Sicherungsplans
- Durchführung einer PAAG-Studie
- Gemeinsame Bearbeitung eines Praxisbeispiels
- Bewertung sicherheitskritischer Prozessschritte
- Dokumentation der Ergebnisse
Umsetzung im Unternehmen
- Einführung der Methode im Betrieb
- Moderation von Workshops
- Pflege und Aktualisierung bestehender Sicherungspläne
- Best Practices und Praxiserfahrungen
Referenten
GefahrTalk - Die Gefahrgutberatung, Ibbenbüren
Marius Reinkemeier, M.Sc., ist Inhaber von GefahrTalk – Die Gefahrgutberatung und Experte für Gefahrgutrecht, Gefahrgutorganisation und Betriebssicherheitsmanagement. Als Gefahrgutbeauftragter, Berater und Trainer unterstützt er Unternehmen bei der rechtskonformen und effizienten Gestaltung ihrer Gefahrgutprozesse. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen ADR, Transport- und Logistikprozesse, Compliance, Mitarbeiterschulungen sowie betriebliche Sicherheitsorganisation.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
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