
Risikomanagement bei der Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen gemäß ECM-VO 2019/779/EU
Es werden zunächst die Grundsätze des Risikomanagements vermittelt um dann aufzuzeigen wie diese von der Sicherheitsrichtlinie sowohl in den Anforderungen an das Sicherheitsmanagement der Eisenbahnen als auch beim Instandhaltungsmanagement der Fahrzeuge aufgegriffen werden. Es wird grundlegend gezeigt wie das fortlaufende Risikomanagement und jenes bei Änderungen mittels des Sicherheitsmanagementsystems (SMS) zu handhaben sind und wie diese ineinander greifen.
Darauf aufbauend wird die Systematik des Risikomanagements bei der Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen gemäß der VO 2019/779/EU behandelt. Hier müssen Hersteller, Betreiber und für die Instandhaltung zuständig Stellen (ECM) zur der Kontrolle der Risiken beitragen. Im Seminar wird einerseits die Systematik des Instandhaltungsmanagements (IMS), welche partiell von dem des SMS abweicht, erläutert, andererseits die vielseitigen Wechselbeziehungen und Schnittstellen zu den einzelnen Akteuren und den ECM Unterfunktionen vermittelt.
Dabei wird auf die fachspezifischen Technologien der Fahrzeugkonstruktion und Instandhaltungsentwicklung eingegangen, sodass ein inhaltlicher Bezug zu den Arbeitsschritten im Instandhaltungsmanagement vermittelt wird.
Zum Thema
Mit den Sicherheitsmethoden der Sicherheitsrichtlinie 2004/49/EU sollten alle Risiken der Eisenbahnen kontrolliert werden. Schnell erwies sich dieser akademisch schlĂĽssige Ansatz bei der Instandhaltung von Fahrzeugen als nicht praktikabel, so dass schrittweise die ECM als eisenbahnrechtlich eigenverantwortlicher Akteur eingefĂĽhrt wurde. Mit der VO 2019/779/EU ist dieser Prozess auf Seiten des Verordnungsgebers nun abgeschlossen. FĂĽr die verantwortlichen Akteure verbleibt jedoch die praktische Umsetzung, mit vielschichtigen Fragen, die sich selbst mit Erlangung der vorgeschriebenen ECM-Zertifizierung oftmals nicht beantworten lassen.
Der Dozent zeigt vor dem Hintergrund seiner langjährigen Erfahrungen mit den Anforderungen der Interoperabilitäts- und Sicherheitsrichtlinie zum Sicherheits- und Instandhaltungsmanagement, die Wechselbeziehung und logischen Brüche der nunmehr geltenden VO 2019/779/EU auf, sowie Möglichkeiten zum pragmatischen und sicherheitsorientierten Umgang mit diesen.
Zielsetzung
Grundlegendes Verständnis von Abfolge und Bedeutung der Arbeitsschritte im Risikomanagement gemäß europäischem Eisenbahnrecht. Kenntnis der Rechte und Pflichten der beteiligten Akteure und deren Zusammenwirken. Kennen und verstehen der für die Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen relevanten Inhalte der maßgeblichen Richtlinien und Verordnungen.
Teilnehmerkreis
Geschäftsführer von EVU oder ECM, Eisenbahnbetriebsleiter, Sicherheitsmanager, Instandhaltungsmanager, Instandhaltungsentwickler, Hersteller von Eisenbahnfahrzeugen, Konstrukteure von Eisenbahnfahrzeugen
Programm
- EinfĂĽhrung
- Grundsätze
- Historie Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen
- Sicherheitsrichtlinie
- Interoperabilitätsrichtlinie
- Implementierung der ECM in das Fahrzeug-Instandhaltungsmanagement
- Gefährliche Ereignisse im Eisenbahnbetrieb
- Grundsätze Risikomanagement (IH)
- Risikomanagement bei ECM und EVU
- Gefährdungsprotokoll
- Betriebsfreigabe - Wiederinbetriebnahme - Sicherheitskritische Komponenten - Nutzungsbeschränkung
- Organisatorische Trennung von EVU, ECM und ECM-Funktionen
- Das Instandhaltungsmanagementsystem (IMS) der VO 2019-779-EU
Referenten
Dipl.-Ing. (FH) Berthold Overbeck
Eisenbahn-Bundesamt (EBA), Bonn / Honorar-Dozent in Kooperation mit dem Haus der Technik
Nach Maschinenbaustudium und Inspektoren Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn ist Herr Overbeck seit 1996 beim Eisenbahn-Bundesamt tätig. Neben Tätigkeiten in der Fahrzeugzulassung, Fahrzeugaufsicht und Aufsicht über die Betriebssicherheit war er über zehn Jahre mit der Bearbeitung der Grundsatzangelegenheit im Bereich Genehmigung des Sicherheits- und Risikomanagements im Eisenbahnbetrieb und der Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen betraut.
Seit 2018 liegt sein Aufgabenschwerpunkt im Aufgabenbereich des Eisenbahn-Bundesamtes für die technische Arbeitssicherheit, als staatliche Aufsichtsbehörde über die Eisenbahnen des Bundes.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Dr. rer. nat. Uwe Schröer
u.schroeer@hdt.de
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