
Trocknen von Feststoffen in der Prozessindustrie
Das Seminar beginnt bei den physikalischen Grundlagen der Trocknungstechnik und den notwendigen Modellen zur Beschreibung der gekoppelten Transportmechanismen für Wärme und Stoff und mündet in der prozesstechnischen Auslegung verschiedener Trocknerbauarten. Die prozesstechnische Auslegung wird durch Checklisten begleitet. Methoden zur Maßstabsvergrößerung werden ebenso vermittelt wie Erfahrungsregeln und Methoden der Kostenschätzung.
Zum Thema
Die Grundoperation Trocknen dient in der Prozessindustrie in der Regel dazu, flüchtige bzw. niedermolekulare Komponenten von einem partikelförmigen Feststoff abzutrennen. Bei der flüchtigen Komponente handelt es sich häufig um Wasser. Der Feststoff kann dabei hygroskopisch oder nichthygroskopisch sein, was den Verlauf des Trocknungsprozesses entscheidend beeinflusst. Die Aufgabe kann aber auch sein, statt Wasser organische Lösungsmittel oder Monomere von z. B. Kunststoffgranulat abzutrennen. Wegen einer möglichen Überschreitung der unteren Explosionsgrenze erfolgt der erste Trocknungsschritt in solchen Fällen unter Verwendung von Inertgasen wie Stickstoff, bis in einem zweiten Prozessschritt eine abschließende Trocknung mit Luft möglich ist.
Zielsetzung
Ziel des Seminars ist die Vermittlung der Kompetenz zur prozesstechnischen Dimensionierung und Maßstabsvergrößerung von Trocknern für partikelförmige Feststoffe. Nach dem Besuch des Seminars können die Seminarteilnehmer Bauformen von Trocknern beschreiben, diese auswählen und praxisgerechte Annahmen zu deren Auslegung treffen.
Teilnehmerkreis
Verfahrenstechniker, Chemieingenieure, Bioverfahrenstechniker, Maschinenbauer und Chemiker aus allen Bereichen der Prozessindustrie, die sich mit der Auslegung und Maßstabsvergrößerung von Trocknern für Schüttgüter beschäftigen.
Programm
- Überblick: Trocknerbauarten und Informationsquellen
- Musterprozess: Trocknung von PET
- Physikalische Modelle der Trocknung
- Trocknungsprozess und Trocknungsphasen
- Dimensionsanalyse und Ähnlichkeitstheorie
- Stofftransport: Diffusion im Feststoff, Stoffübergang an der Phasengrenze
- Adsorption, Desorption
- Stoffwerte, Phasengleichgewichte
- Wärmetransport: Wärmeübergang, Wärmeleitung, Wärmestrahlung
- Trocknungsverfahren: konvektiv, IR, mikrowellenunterstützt, überhitzter Dampf
- Betriebsarten: kontinuierlich vs. diskontinuierlich
- Prozessmodelle: Wanderbett, Wirbelschicht, Drehrohr, Taumeltrockner
- Feuchtemessung: Gas- und Feststofffeuchte
- Prozesstechnische Dimensionierung von Trocknern
- Maßstabsvergrößerung
- Heuristische Regeln
Referenten
Nach seinem Diplom in Verfahrenstechnik begann Thomas Rieckmann seine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Clausthal. Nach seiner Promotion war er als Leiter der Forschung und Entwicklung bei John Brown, einem weltweit tätigen Anlagenbauunternehmen, verantwortlich für die Entwicklung von Prozessen zum Recycling und zur Verarbeitung von PET. Heute arbeitet er als Professor an der Technischen Hochschule Köln am Institut für Material- und Prozesstechnologie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Prozessentwicklung, Reaktionstechnik, Polymerverfahrenstechnik und Schätzung von Investitionsausgaben und Produktionskosten.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
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Dipl.-Ing. Kai Brommann
k.brommann@hdt.de
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