
Wirksamkeit im Engineering: Wenn Technik nicht das Problem ist
Technische Projekte scheitern selten an der Technik. Häufig entstehen Verzögerungen, Konflikte oder ausbleibende Umsetzungserfolge durch unklare Rollen, unterschiedliche Interessen, fehlende Abstimmung, Widerstände gegen Veränderungen oder informelle Dynamiken in Organisationen. Gerade vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Energiewende, Nachhaltigkeitsanforderungen und zunehmender Projektkomplexität wird es für Ingenieurinnen und Ingenieure immer wichtiger, nicht nur technische Lösungen zu entwickeln, sondern deren Umsetzung in Organisationen wirksam mitzugestalten.
Das Seminar „Wirksamkeit im Engineering: Wenn Technik nicht das Problem ist“ zeigt, wie technische Fachkräfte, Projektmitarbeitende und Projektverantwortliche ihre persönliche Wirksamkeit erhöhen, Stakeholder gezielter einbinden und auch ohne formale Weisungsbefugnis konstruktiv Einfluss nehmen können.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Praxisfälle der Teilnehmenden, die mit Ansätzen aus System Leadership, Organisationsentwicklung und technischer Projektpraxis analysiert und weiterentwickelt werden.
Ein besonderes Merkmal ist die konsequente Transferorientierung: Am Präsenztag werden eigene Herausforderungen bearbeitet und konkrete Handlungsstrategien entwickelt. Anschließend folgt eine Umsetzungsphase im beruflichen Umfeld. In einer verbindlichen halbtägigen Online-Praxiswerkstatt werden die Erfahrungen reflektiert, organisationale Dynamiken sichtbar gemacht und die nächsten Schritte geschärft.
Zum Thema
Technische Fach- und Projektverantwortliche bewegen sich zunehmend in komplexen Organisationsstrukturen. Projekte werden bereichsübergreifend bearbeitet, Interessenlagen unterscheiden sich, Entscheidungswege sind nicht immer transparent und formale Weisungsbefugnisse reichen häufig nicht aus. Verzögerungen, Konflikte oder Widerstände entstehen deshalb oft nicht durch fachliche Defizite, sondern durch organisationale Dynamiken, unklare Erwartungen und fehlende Abstimmung.
System Leadership setzt an dieser Schnittstelle an. Es verbindet persönliche Wirksamkeit, Selbstführung, systemisches Denken und das Verständnis für Organisationen als soziale Systeme. Für Ingenieurinnen und Ingenieure entsteht daraus ein praxisnaher Ansatz, um technische Vorhaben nicht nur fachlich zu planen, sondern auch wirksam in Organisationen umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Rollenverständnis, Stakeholderanalyse, Einfluss ohne formale Macht und die Entwicklung konkreter Handlungsoptionen für die eigene Praxis.
Zielsetzung
Die Veranstaltung hilft technischen Fachkräften, Projektmitarbeitenden und Projektverantwortlichen, in komplexen Projektsituationen wirksamer zu handeln. Sie analysieren organisationale Dynamiken, Stakeholder und Interessenlagen, identifizieren persönliche Hebel für mehr Einfluss und entwickeln konkrete Handlungsstrategien. Praxisphase und verbindliches Online-Follow-up verankern den Transfer in den Arbeitsalltag.
Teilnehmerkreis
Dieser Kurs richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure sowie technische Fach- und Projektverantwortliche, die in komplexen Organisations- und Projektsituationen wirksamer handeln möchten.
Besonders angesprochen sind:
- Ingenieurinnen und Ingenieure
- Projektleiterinnen und Projektleiter
- Fachverantwortliche
- technische Expertinnen und Experten
- Teamleiterinnen und Teamleiter
- Nachwuchsführungskräfte
- Senior Engineers
- Mitarbeitende mit Schnittstellen- und Koordinationsaufgaben
Geeignet für Fach- und Führungskräfte und technische Mitarbeitende aus Industrieunternehmen, Energieversorgung, Umwelttechnik, Anlagenbau, Infrastruktur, Ingenieurbüros und technischen Dienstleistungsunternehmen.
Programm
- Vorstellung des Referenten
- Ziele, Ablauf und Arbeitsweise
- Einstieg: Technische Projekte scheitern selten an der Technik
- Praxisbeispiele aus Industrie und Projektgeschäft
- Grenzen rein technischer Lösungsansätze
- Erfolgsfaktoren nachhaltiger Umsetzung
- formale und informelle Strukturen
- Rollen, Erwartungen und Interessenlagen
- typische Muster in technischen Organisationen
- warum technisch sinnvolle Lösungen nicht immer umgesetzt werden
- eigene Rolle und Wirkung reflektieren
- Handlungsspielräume erkennen
- Umgang mit Unsicherheit, Komplexität und Druck
- Selbstführung als Grundlage wirksamen Handelns
- Einflussquellen in Organisationen
- fachliche Autorität, Vertrauen und Glaubwürdigkeit
- Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg gestalten
- Kommunikationsmuster und Fragetypen
- Umgang mit Widerständen und unterschiedlichen Interessen
- Stakeholder identifizieren und bewerten
- Interessenlagen und Wechselwirkungen verstehen
- Hebelpunkte für wirksames Handeln erkennen
- Bearbeitung eigener Praxisfälle
- Entwicklung individueller Handlungsstrategien
- Auswahl einer konkreten Intervention für die Praxisphase
- Vorbereitung des Online-Follow-ups
- Rückblick auf die Praxisphase
- was wurde umgesetzt?
- was hat funktioniert, was hat überrascht?
- Bearbeitung ausgewählter Praxisfälle
- Analyse von Erfolgen, Hindernissen und neuen Dynamiken
- Entwicklung alternativer Handlungsoptionen
- welche Dynamiken wurden sichtbar?
- welche Annahmen haben sich bestätigt oder verändert?
- welche neuen Hebelpunkte sind entstanden?
- nächste konkrete Schritte
- Transfer in weitere Projektsituationen
- Abschlussreflexion
Hinweise
Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Praxisfälle aus ihrem beruflichen Umfeld einzubringen. Dies können laufende Projekte, Veränderungsvorhaben, Schnittstellenkonflikte, Stakeholderkonstellationen oder Situationen sein, in denen technische Lösungen an organisatorischen Dynamiken scheitern oder nicht die gewünschte Wirkung entfalten.
Zwischen dem Präsenztag und der Online-Praxiswerkstatt liegt eine Praxisphase von vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit werden ausgewählte Handlungsansätze im eigenen beruflichen Kontext erprobt.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Erfahrung in Projektarbeit, Fachverantwortung oder Schnittstellenkoordination ist hilfreich.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Termine
Inhouse
Ansprechpartner
info@hdt.de
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Ute Jasper
U.Jasper@hdt.de
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