
1 x 1 der Verfahrenstechnik
Inhalte des Seminars sind zum einen grundlegende theoretische und methodische Kenntnisse der Verfahrenstechnik aus den Bereichen Fluiddynamik, Thermodynamik, Wärme- und Stofftransport, Energie- und Massenbilanzen, partikuläre Systeme, Dimensionsanalyse und Maßstabsübertragung. Zum anderen wird die Umsetzung dieser Kenntnisse zur Auslegung und zum Betrieb ausgewählter technischer Apparate bzw. Prozesse dargestellt. So werden z. B. Druckverluste und Wärmeübergang in Rohrströmungen, Wärmeaustauscher, Partikelbewegungen, Mischprozesse, Rührbehälter, Feststoffschüttungen, Filtration, Membranverfahren, Trennkolonnen und Blasensäulen behandelt.
Die vorgestellten Inhalte werden im Rahmen des Seminars durch die Teilnehmenden anhand praktischer Übungen unter Anleitung eigenständig angewendet.
- Für die Bearbeitung der Übungsaufgaben werden Rechner mit Excel benötigt, die bitte von den Teilnehmenden mitzubringen sind.
- Alle Teilnehmenden erhalten von uns zusätzlich das Buch:
Matthias Kraume, Transportvorgänge in der Verfahrenstechnik - Die Referierenden leiten auch das Seminar „Verfahrenstechnische Fließbilder“, das wir einen Tag nach diesem Seminar anbieten.
Zum Thema
Die Verfahrenstechnik beschäftigt sich mit der technischen und wirtschaftlichen Durchführung aller Prozesse, in denen Stoffe hinsichtlich ihrer Art, Eigenschaften und Zusammensetzung verändert werden. Verfahrenstechnische Kenntnisse sind daher in vielen Branchen entscheidend für die Planung, Realisierung und den Betrieb von Anlagen zur wirtschaftlichen Herstellung von Produkten in der gewünschten Qualität. Dabei stellen die Auswahl und Auslegung der im Prozess einzusetzenden Apparate wesentliche Aufgaben dar.
Die Grundlagen der Verfahrenstechnik ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Wissen aus verschiedenen Teildisziplinen der Physik und der Chemie sowie aus eigenen methodischen Ansätzen, welche die Komplexität der vielfältigen verfahrenstechnischen Prozesse reduzieren und systematisieren. So sind wiederkehrende grundlegende Ansätze auf verschiedenste Prozesse und Apparate anwendbar und ermöglichen dadurch einen allgemeingültigen, systematischen Zugang.
Zielsetzung
Im Seminar werden grundlegende verfahrenstechnische Theorien, Kenntnisse und Methoden vermittelt und exemplarisch angewendet. Zur Anwendung und Vertiefung des vermittelten Wissens führen die Teilnehmer im Rahmen angeleiteter Übungen selbstständig typische Berechnungen durch. Im Ergebnis sollen sie grundlegende verfahrenstechnische Zusammenhänge in technischen Prozessen verstehen und eigenständig quantitativ bewerten können. Darüber hinaus soll das Seminar die Teilnehmenden befähigen, sich beispielsweise mit Kunden, Zulieferern und Anlagenbauern über verfahrenstechnische Fragestellungen auszutauschen.
Teilnehmerkreis
Das Seminar richtet sich vornehmlich an Ingenieure, Chemiker, Physiker, Biotechnologen sowie Techniker, die sich mit verfahrenstechnischen Prozessen in unterschiedlichen Industriebereichen befassen und als „Quereinsteiger“ ohne klassisches Studium der Verfahrenstechnik ihr Grundlagenwissen festigen bzw. erweitern möchten.
Programm
- Grundbegriffe (Energie, Zustandsgrößen und -gleichungen)
- 1. Hauptsatz
- Thermodynamische Eigenschaften von Reinstoffen
- Thermodynamische Eigenschaften von Gemischten
- Bilanzgleichungen
- Mechanismen der Transportvorgänge
- Stoffgrößen
- Rheologie
- Grundgleichungen (u.a. Kontinuitäts- und Bernoulli-Gleichung)
- Laminare und turbulente Strömungen
- Druckverlust in Rohrleitungen
Kaffeepause
- Grundbegriffe (Einheiten, Dimensionen, dimensionslose Kennzahlen)
- Dimensionsanalyse
- Modelltheorie
- Praxis der Maßstabsübertragung
- Wärme- und Stoffdurchgang
- Warmeübergang am Beispiel Rohre
- Wärmedurchgang
- Mischgüte
- Technische Rührsysteme
- Rühraufgaben und Maßstabsübertragung
- Statische Mischer
- Charakterisierung
- Partikelbewegung
- Stoffübergang
- Feststoffschüttungen
- Filtration und Membranverfahren
- Boden- und Packungskolonnen
- Blasensäulen
Referenten
Professor Drews habilitierte sich im Fach Verfahrenstechnik und war ein Jahr als Lecturer an der University of Oxford tätig. Seit 2009 leitet sie das Fachgebiet Verfahrenstechnik in Life Science Engineering an der HTW Berlin. In der Forschung beschäftigt sie sich mit Membranprozessen, Membranbioreaktoren, enzymatischen Reaktionen in unkonventionellen Medien und der Abwasserreinigung. Im Bereich der Lehre unterrichtet sie Grundlagen der Fluiddynamik und des Wärme- und Stofftransports sowie Bioverfahrens- und Bioreaktortechnik.
Professor Kraume war neun Jahre bei der BASF AG als Entwicklungs- und Projektingenieur tätig. Seit 1994 leitet er das Fachgebiet Verfahrenstechnik an der TU Berlin. In der Forschung beschäftigt er sich experimentell und theoretisch mit Mehrphasensystemen, Membranprozessen, Transportvorgängen sowie der Rührtechnik. Im Bereich der Lehre unterrichtet er Grundlagen der Verfahrenstechnik und des Wärme- und Stofftransports sowie Anwendungen verfahrenstechnischer Methoden wie Auslegungen verfahrenstechnischer Apparate und Membranverfahren.
Hinweise
- Für die Bearbeitung der Übungsaufgaben werden Computer/Laptops/Notebooks mit Excel benötigt, die bitte von den Teilnehmenden mitzubringen sind.
- Alle Teilnehmenden erhalten von uns zusätzlich das Buch:
Matthias Kraume, Transportvorgänge in der Verfahrenstechnik Grundlagen und apparative Umsetzungen ISBN: 978-3-642-25148-1 (Springer Verlag) - Die Referierenden leiten auch das Seminar „Verfahrenstechnische Fließbilder“, das wir einen Tag nach diesem Seminar anbieten.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Do. 16.09.2027, 17:00 Uhr
Priwallpromenade 20
23570 Travemünde
DE
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Frank Adamczyk
f.adamczyk@hdt.de
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