
Feuerwehr – Beschaffung von Einsatzfahrzeugen und -geräten
Die meisten "Fahrzeug-Normen" von Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeugen wurden in den letzten Jahren überarbeitet – oder es steht deren Überarbeitung bevor, um den Anforderungen des Marktes bzw. der Industrie angepasst zu werden. Die Aktualisierungen werden bei dieser Tagung vorgestellt und auf die weiteren Entwicklungen wird eingegangen.
Drohnen werden immer wichtiger. Deren Einsatz erfolgt immer früher und die Einbindung in Lagebilder wird zum Standard. Dies bedeutet, man muss deren Einsatz schneller und einfacher möglich machen. Die notwendige Variabilität muss über die mitgeführte Ausrüstung bzw. verschiedene Modelle ermöglicht werden.
LKW und Wechselladerfahrzeuge werden bei immer mehr Feuerwehren eingesetzt. Häufig werden schon bei der grundsätzlichen taktischen Konzeption zur durchgehenden Logistik, die erst zur technischen Beschreibung führt, die ersten Fehler gemacht. Am Beispiel einer großen Feuerwehr wird ein durchgehendes Logistiksystem aus Lagerung bzw. Verladung und Transportlogistik beschrieben.
Schaummittel bzw. Sonderlöschmittel sind nicht nur Logistikgüter, die an Einsatzstellen geplant und ausreichend zur Verfügung stellen müssen. Sie sind auch Güter mit heute geltenden besonderen Bedingungen (von der Lagerung bis zur Ausbringung). Die Regelungen für diese werden erneut verschärft, um Umweltschäden zu vermeiden. Die Tagung stellt die aktuellen Grundlagen dar.
Moderne Feuerwehrfahrzeuge & Einsatztechnik - Ulrich Cimolino auf der HDT-Fachtagung:
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Die meisten „Fahrzeug-Normen“ von Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeugen wurden in den letzten Jahren überarbeitet – oder es steht deren Überarbeitung bevor, um den Anforderungen des Marktes bzw. der Industrie angepasst zu werden. Die Aktualisierungen werden bei dieser Tagung vorgestellt und auf die weiteren Entwicklungen wird eingegangen.
Drohnen werden immer wichtiger. Deren Einsatz erfolgt immer früher und die Einbindung in Lagebilder wird zum Standard. Dies bedeutet, man muss deren Einsatz schneller und einfacher möglich machen. Die notwendige Variabilität muss über die mitgeführte Ausrüstung bzw. verschiedene Modelle ermöglicht werden.
Lkw und Wechselladerfahrzeuge werden bei immer mehr Feuerwehren eingesetzt. Häufig werden schon bei der grundsätzlichen taktischen Konzeption zur durchgehenden Logistik, die erst zur technischen Beschreibung führt, die ersten Fehler gemacht. Am Beispiel einer großen Feuerwehr wird ein durchgehendes Logistiksystem aus Lagerung bzw. Verladung und Transportlogistik beschrieben.
Schaummittel bzw. Sonderlöschmittel sind nicht nur Logistikgüter, die an Einsatzstellen geplant und ausreichend zur Verfügung stellen müssen. Sie sind auch Güter mit heute geltenden besonderen Bedingungen (von der Lagerung bis zur Ausbringung). Die Regelungen für diese werden erneut verschärft, um Umweltschäden zu vermeiden. Die Tagung stellt die aktuellen Grundlagen dar.
Es ist eine begleitende Ausstellung geplant. Fragen dazu richten Sie bitte an Dipl.-Ing. Kai Brommann unter FB5@hdt.de
Zielsetzung
Die Inhalte vermitteln einen Überblick über die Beschaffung und den Betrieb von Fahrzeugen und Geräten.
Die Teilnehmer lernen die damit verbundenen Probleme praxisnah kennen und können so bei geplanten eigenen Anwendungen teure Fehler vermeiden.
Teilnehmerkreis
Taktiker und Techniker sowie Werkstattleiter von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizei, Zoll und Energieversorger sowie Mitarbeiter entsprechender Vergabestellen
DAS PROGRAMM BEFINDET SICH NOCH IM AUFBAU.
Hier ist sind die Beiträge von der vorherigen Veranstaltung.
Programm
- Risiko bzgl. Vegetationsbrand
- Taktische und konzeptionelle Überlegungen
- Resultierende Fahrzeug- und Ausrüstungskonzeption
Von der Fähigkeit „Wassertransport“ zur Beschaffung geeigneter Fahrzeuge
Technische und personelle Anforderungen als sinnvolles Angebot nicht nur für Großlagen Konzept RTF (‚Robotik-Task-Force‘)
- Leistungsfähigkeit von Druckschläuchen
- Niederschraub- vs. Kugelhahnventil
- Automatikstrahlrohre
- Z-Zumischer
- „Lasso“-Technik und die magischen 230 L/min im Innenangriff
Referenten
Leiter Fachbereich Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst Kreis Unna (im Projektierungs- und Beschaffungszeitraum Abteilungsleiter Technik bei Feuerwehr und Rettungsdienst Bochum)
Freier Gutachter und Sachverständiger, Hamburg
Abteilungsleiter Instandhaltung Fuhrpark und Gerätschaften, Corps Grand-Ducal d’Incendie et de Secours, Luxemburg
Präsident des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz RLP, Vorsitzender
FA Technik der dt. Feuerwehren und Fachbereichsleiter „Ausrüstung für die Feuerwehr“ im FNFW des DIN
Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum e. V., Dortmund
Wehrleiter der Verbandsgemeinde Winnweiler
Feuerwehr Duisburg
Ing.-Büro Dr. Cimolino, Vorsitzender AK Waldbrand im DFV, Mitglied im Ref. 3 der vfdb
• FF Pfarrkirchen seit 1981
• Studium der Sicherheitstechnik Universität Wuppertal zum Dipl.-Ing. 1986 – 1991
• Ausbildung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst über die Feuerwehr Düsseldorf, danach dort Festanstellung (1991-12.2024)
• Abteilungsleiter (Ausbildung bis 1998, Technik von 1997- 06.2018)
• Stab für KatS und Wissenschaft ab 07.2018
• Promotion zum Dr. rer. sec. 2014
• Langjährige Mitarbeit in verschiedenen Gremien der Ausbildung, Normung, Einsatztaktik
• Gutachter und Sachverständiger für Technik und Taktik der BOS
• Fachautor
• Honorardozent
Hinweise
Es ist eine begleitende Ausstellung geplant. Fragen dazu richten Sie bitte an Dipl.-Ing. Kai Brommann unter FB5@hdt.de.
Am Abend des ersten Veranstaltungstages kann in Essen auf Wunsch der Teilnehmer ein gemeinsames Treffen organisiert werden, um die Fachdiskussionen (auch mit den Referenten und Ausstellern) vertiefen zu können.
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Häufige Fragen und Antworten zur Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und Einsatzgeräten
1. Auf was ist bei der Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen besonders zu achten?
Die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der eine enge Abstimmung sowie ein Einbeziehen taktischer, technischer und vergaberechtlicher Belange notwendig macht. Ganz am Anfang steht typischerweise die Bedarfsanalyse, gefolgt von einem genauen Konzept, der anschließenden Ausschreibung, Angebotsbewertung, Vergabe und schließlich der Abnahme. Dazwischen kann auch die Fertigungsbegleitung eine Rolle spielen.
Um eine erfolgreiche, rechtssichere Beschaffung zu gewährleisten, kommt es primär auf Folgendes an:
- Taktische Bedarfsanalyse: Das Fahrzeug muss möglichst exakt zum örtlichen Risiko- und Einsatzprofil sowie zu den Gefährdungsanalysen passen. Künftige Einsatzszenarien wie beispielsweise zu erwartende Häufungen von Extremwetterlagen oder sich ggf. ändernde bauliche Gegebenheiten müssen hier natürlich bereits einfließen.
- Technische und regulatorische Konformität: Die Einhaltung geltender Normen sichert einerseits die Zuverlässigkeit im Einsatz und ist andererseits oft auch zwingende Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln.
- Vergaberechtliche Sicherheit: Leistungsbeschreibungen müssen produktneutral, transparent und eindeutig formuliert sein. Das verhindert im Zweifelsfall das Scheitern des gesamten Vergabeverfahrens.
Praxistipp: Beziehen Sie das Werkstattpersonal und die Gerätewarte von Anfang an mit ein und nutzen Sie das Wissen und die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen. Dinge wie die spätere Wartungsfreundlichkeit, ergonomische Entnahme der Einsatzgeräte, standardisierte Anschlüsse sowie die Kompatibilität zu bestehenden Einrichtungen und Ausstattungen (zum Beispiel Prüfstände) sind für die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes über den gesamten Lebenszyklus hinweg entscheidend.
2. Was muss bei einer Ausschreibung von Feuerwehrfahrzeugen beachtet werden?
Eine rechtssichere Ausschreibung basiert auf einer funktionalen, eindeutigen und produktneutralen Leistungsbeschreibung. Da Feuerwehrfahrzeuge Individualbauten sind, müssen technische Mindestanforderungen, wirtschaftliche Bewertungskriterien sowie die zwingende Einhaltung der entsprechenden Normen (wie beispielsweise der europaweit für Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge geltenden DIN EN 1846) unmissverständlich formuliert werden. Fehler in dieser Phase führen häufig zu Bieterfragen, zeitintensiven Rügen, Vergabeverfahrens-Abbrüchen oder massiven Nachträgen bei der Fertigung.
Bei der Erstellung der Vergabeunterlagen müssen insbesondere folgende Aspekte beachtet werden:
- Strikte Produktneutralität: Herstellerspezifische Maße, Bezeichnungen oder patentierte Detaillösungen dürfen nicht gefordert werden, es sei denn, dies ist aus Gründen der Kompatibilität (Bestandsschutz) zwingend nötig und sachlich lückenlos begründet. Der Zusatz „oder gleichwertig“ ist bei Produktnennungen rechtlich vorgeschrieben.
- Loseinteilung: In der Regel ist der öffentliche Auftrag in Fach- oder Teillose aufzuteilen. Eine Gesamtvergabe ist nur zulässig, wenn hierfür wirtschaftliche oder technische Gründe bestehen und diese vergaberechtlich nachvollziehbar dokumentiert werden.
- Matrix zur Angebotswertung: Der Zuschlag kann zwar grundsätzlich allein nach dem Preis erfolgen. Bei komplexen Beschaffungen wie Feuerwehrfahrzeugen ist es jedoch ratsam, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zugrunde zu legen und neben dem Preis auch technische und qualitative Zuschlagskriterien wie zum Beispiel Ergonomie, Motorleistung, Lieferzeit oder Garantieleistungen zu bewerten. Die Kriterien sollten samt Gewichtung vorab transparent festgelegt und beispielsweise mithilfe einer Bewertungsmatrix oder einer gewichteten Nutzwertanalyse angewendet werden.
Praxistipp: Eine sorgfältige Markterkundung vor der Ausschreibung zahlt sich aus. Gespräche mit mehreren Herstellern und anderen Feuerwehren helfen dabei, eine praxisgerechte und herstellerneutrale Leistungsbeschreibung zu erstellen. Das gilt ebenso für die Inaugenscheinnahme von Vorführfahrzeugen. Hierdurch sinkt das Risiko, Anforderungen festzulegen, die den Wettbewerb unnötig einschränken oder nur von einem einzigen Anbieter erfüllt werden können.
3. Welche Fahrzeugtypen beschaffen Feuerwehren am häufigsten?
Der Beschaffungsmarkt wird heute vor allem von genormten Feuerwehrfahrzeugen geprägt. Je nach örtlichem Bedarf übernehmen sie Aufgaben der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung, der Menschenrettung, der Einsatzleitung, der Logistik oder spezialisierter Einsatzaufgaben.
Besonders häufig werden Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF), Löschgruppenfahrzeuge (LF) und Tanklöschfahrzeuge (TLF) beschafft. Ergänzend kommen – abhängig von der örtlichen Risikoanalyse und dem Gefahrenabwehrbedarfsplan – beispielsweise Drehleitern, Rüstwagen, Gerätewagen oder Einsatzleitwagen hinzu.
Praxistipp: Viele Feuerwehren setzen heute verstärkt auf multifunktionale Fahrzeugkonzepte und modulare Logistiklösungen. Für Werkstätten lohnt es sich deshalb, bereits bei der Beschaffung auf einen hohen Grad an Standardisierung zu achten. Einheitliche Ladungssicherungssysteme, standardisierte Rollcontainermaße sowie möglichst einheitliche mechanische und elektrische Schnittstellen erleichtern Wartung, Ersatzteilhaltung und den flexiblen Einsatz im gesamten Fuhrpark.
4. Welche Vorschriften und Normen gelten für Feuerwehrfahrzeuge?
Für die Konstruktion, Ausstattung und Sicherheit von Feuerwehrfahrzeugen existiert ein engmaschiges, hierarchisch aufgebautes Geflecht aus europäischen Normen, nationalen DIN-Standards, Unfallverhütungsvorschriften und länderspezifischen Bau- sowie Förderrichtlinien, dessen strikte Einhaltung rechtlich bindend ist. Hierdurch soll die Sicherheit der Einsatzkräfte im extremen Einsatzalltag gewährleistet und Haftungsrisiken minimiert werden.
Zu den wichtigsten gesetzlichen respektive regulatorischen Vorgaben zählen:
- DIN EN 1846: Die europäische Grundlagennorm für Feuerwehrfahrzeuge definiert Begriffe (DIN EN 1846, Teil 1: Nomenklatur und Bezeichnung), Sicherheitsstandards und Leistungsmerkmale (DIN EN 1846, Teil 2: Allgemeine Anforderungen – Sicherheit und Leistung) sowie Vorgaben für fest montierte feuerwehrtechnische Anlagen wie Feuerlöschkreiselpumpen, Seilwinden oder fest installierte Stromerzeuger (DIN EN 1846, Teil 3: Fest eingebaute Ausrüstung – Sicherheits- und Leistungsanforderungen).
- Nationale Fahrzeug- und Beladungsnormen, darunter DIN-14530-Reihe und DIN 14502. Sie beschreiben unter anderem Mindestbeladungen, funktionale Anforderungen an Aufbau und Ausrüstung sowie ergonomische und sicherheitstechnische Vorgaben.
- DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“: Die Unfallverhütungsvorschrift der gesetzlichen Unfallversicherung enthält verbindliche Anforderungen an den sicheren Betrieb von Feuerwehrfahrzeugen und -geräten.
- Straßenverkehrs- und Zulassungsrecht (insbesondere StVZO und europäisches Typgenehmigungsrecht): Feuerwehrfahrzeuge müssen grundsätzlich die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften sowie die Anforderungen an Zulassung und Typgenehmigung erfüllen. Allerdings bestehen gesetzlich geregelte Ausnahmen oder Erleichterungen für bestimmte Einsatzfahrzeuge.
Praxistipp: Achten Sie auf landesspezifische Vorgaben. Neben den DIN-Normen enthalten viele Bundesländer eigene Förderrichtlinien, Technische Weisungen oder Baurichtlinien für Feuerwehrfahrzeuge. Werden diese bei der Ausschreibung nicht berücksichtigt, kann dies die Förderfähigkeit beeinträchtigen. Prüfen Sie außerdem am besten bereits während der Planung, ob das Fahrzeug auch den Anforderungen der DGUV Vorschrift 49 entspricht. Denn ein normgerechtes Fahrzeug erfüllt nicht automatisch alle Anforderungen an Ergonomie und Arbeitsschutz.
5. Welche aktuellen Trends gibt es bei Feuerwehrfahrzeugen?
Der Markt für Einsatzfahrzeuge befindet sich in einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Moderne Fahrzeuge entwickeln sich von reinen Transportkomponenten hin zu hochvernetzten, emissionsarmen High-Tech-Zentralen.
Die prägendsten Entwicklungen auf dem Markt umfassen folgende Bereiche:
- Alternative Antriebe und E-Mobilität: Voll- und teil-elektrische Löschfahrzeuge etablieren sich zunehmend. Sie bieten enorme Leistungskennwerte (Drehmoment), reduzieren Lärm an der Einsatzstelle und eliminieren Abgase in der Fahrzeughalle.
- Digitale Vernetzung und Telematik: Moderne Fahrzeuge übermitteln via Mobilfunk (5G) Echtzeitdaten an die Leitstelle und die Werkstatt. Füllstände von Löschmitteltanks, Pumpendruck, Batteriestatus oder GPS-Positionen sind permanent abrufbar. Zudem zieht die digitale Einsatzführung direkt in die Mannschaftskabine ein.
- Erweiterte Sicherheits- und Assistenzsysteme: Neben Abbiegeassistenten oder 360-Grad-Vogelflug-Kamerasystemen werden zunehmend adaptive Airbagsysteme für die Mannschaftskabine sowie elektronische Brems- und Stabilisierungshilfen verbaut, die auf den extremen Schwerpunkt beladener Einsatzfahrzeuge optimiert sind.
- Ergonomie und Einsatzhygiene: Die Entnahme von schweren Geräten wird zunehmend durch automatisierte, elektrische Absenkvorrichtungen unterstützt. Und um der Einsatzhygiene (Schutz vor krebserregenden Partikeln) gerecht zu werden, trennen beispielsweise moderne Konzepte die kontaminierte Einsatzkleidung strikt von der Mannschaftskabine.
6. Wie können Feuerwehren die Wirtschaftlichkeit ihrer Fahrzeugflotte verbessern?
Optimierte Wirtschaftlichkeit im Feuerwehr-Fuhrpark bedeutet, den Blick von den reinen Anschaffungskosten hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Lebenszykluskosten zu lenken. Da Einsatzfahrzeuge häufig 20 bis 25 Jahre im Dienst bleiben, machen die Folgekosten für Wartung und Instandsetzung sowie für Betrieb und Prüfungen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus. Eine nachhaltige Budget- und Investitionsplanung muss diese Faktoren von Anfang an systematisch steuern.
Geeignete Hebel zur Optimierung der Fuhrpark-Wirtschaftlichkeit sind:
- Hersteller-Servicepakete: Bereits bei der Ausschreibung sollten Folgekosten vertraglich fixiert werden. Dies geschieht beispielsweise über herstellerseitig angebotene Full-Service-Wartungsverträge mit garantierten Laufzeiten und festgeschriebenen Ersatzteilpreisen.
- Typenbereinigung und Standardisierung: Die Beschaffung einheitlicher Fahrgestelle und identischer Aufbautypen reduziert die Kosten für die Bevorratung von Ersatzteilen drastisch. Zudem muss sich das Werkstattpersonal in deutlich weniger Systeme einarbeiten, was Fehlerquoten senkt.
- Vorausschauende Wartung: Die Nutzung von Digitaltechnik ermöglicht eine zustandsorientierte statt einer starren, zeitgesteuerten Wartung. So lassen sich Verschleiß und drohende Defekte erkennen, bevor es zu teuren Folgeschäden kommt.
Übrigens: Spezialisierte mithilfe von spezieller Fuhrparkmanagement-Software lassen sich jede Reparatur, jede UVV-Prüfung (Unfallverhütungsvorschrift) und jeder Cent für Betriebsmittel direkt einem einzelnen Fahrzeug zuordnen. Durch diese datenbasierte Transparenz lassen sich Kostentreiber verlässlich identifizieren. Zeigen sich ab einem bestimmten Zeitpunkt deutlich steigende Reparaturkosten, liefert das die perfekte, datenbasierte Argumentationsgrundlage für eine vorgezogene Ersatzbeschaffung.
7. Welche Rolle spielen Lebenszykluskosten bei der Fahrzeugbeschaffung?
Die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten verschiebt den Fokus bei der Vergabe weg vom Billigstbieterprinzip hin zum wirtschaftlichsten Angebot über die gesamte Nutzungsdauer. Geht man davon aus, dass ein Feuerwehrfahrzeug über zwei bis drei Jahrzehnte betrieben wird, betragen die Anschaffungskosten nur rund 40 bis 60 Prozent der tatsächlichen Gesamtkosten. Die restlichen Kosten entstehen durch Wartung, Instandsetzungen, gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen sowie Treibstoffe und Ersatzteile.
8. Welche Fördermöglichkeiten existieren für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen?
In Deutschland stützt sich die Finanzierung von Feuerwehr- und Katastrophenschutzfahrzeugen auf ein mehrteiliges Fördersystem. Maßgeblich gespeist wird es durch die Feuerschutzsteuer der Bundesländer und Bundesmittel für den Zivilschutz. Die Vergabe von Fördermitteln ist an strikte rechtliche, technische und zeitliche Fristen geknüpft. Die Fördermöglichkeiten gliedern sich wie folgt:
- Landesförderung nach Festbeträgen: Die Bundesländer unterstützen die Kommunen bei der Beschaffung genormter Fahrzeuge durch pauschale Festbetragszuschüsse, deren Höhe sich nach dem Fahrzeugtyp richtet.
- Interkommunale Sammelbeschaffungen („Förder-Turbo“): Schließen sich mehrere Kommunen zusammen, um baugleiche Fahrzeuge in einer gemeinsamen Ausschreibung zu ordern, gewähren viele Bundesländer signifikante Bonuszahlungen.
- Bundesbeschaffungen für den Zivilschutz: Fahrzeuge für den erweiterten Katastrophenschutz werden direkt vom Bund finanziert und den Kommunen für den Einsatzdienst kostenfrei zur Verfügung gestellt.
9. Wie verändert die Digitalisierung die Feuerwehr?
Die Digitalisierung transformiert das Rettungswesen weg von einer analog strukturierten Gefahrenabwehr hin zu einem datengetriebenen, hochvernetzten Gesamtsystem, bei dem Daten in Echtzeit zwischen Meldern, Leitstellen, Einsatzfahrzeugen und den Rettungskräften vor Ort fließen. Übergeordnete Ziel ist die Schaffung eines lückenlosen, gemeinsamen Lagebildes, um Entscheidungswege drastisch zu verkürzen, die Sicherheit der Einsatzkräfte zu erhöhen und Ressourcen präziser zu disponieren.
Die Digitalisierung verschiebt auch die Aufgaben in der Feuerwehrwerkstatt weg von rein mechanischen Arbeiten hin zur Systemadministration. Dadurch gewinnt auch die IT-Sicherheit massiv an Bedeutung. Einsatzfahrzeuge sind wie Wachen und Gerätehäuser Teil der kritischen Infrastruktur und müssen gegen unbefugte Zugriffe von außen abgesichert sein.
Kernbereiche der Gesamtentwicklung sind:
- Vernetzte Einsatzfahrzeuge: Moderne Fahrzeuge senden permanent Telemetriedaten via Mobilfunk oder Satellit an die Leitstelle und den rückwärtigen Führungsstab.
- Digitale Einsatzunterstützung: Tablet-PCs und robuste Laptops ersetzen die klassischen analogen Informationsträger. Taktiker haben bereits während der Anfahrt Zugriff auf digitale Objekt- und Feuerwehrpläne, Gefahrgutdatenbanken, Rettungsleitfäden und Hydrantenpläne.
- Integrierte Leitstellensysteme und KI: Moderne Einsatzleitsysteme nutzen Algorithmen zur vorausschauenden Disposition. Drohnen- und Satellitenbilder werden KI-gestützt ausgewertet, um beispielsweise die Ausbreitung von Waldbränden oder Hochwasserlagen präzise zu simulieren.
- Objekt- und Gerätenetzwerke (IoT): Atemschutzgeräte, Gaswarngeräte oder hydraulische Rettungsgeräte senden ihre Betriebsdaten direkt an die Atemschutzüberwachung oder das digitale Gerätebuch der Werkstatt.
10. Welche Vorteile bieten Drohnen im Feuerwehreinsatz?
Drohnen haben sich in den letzten Jahren zu einem der effizientesten Werkzeuge für die moderne Lageerkundung entwickelt. Sie liefern der Einsatzleitung hochauflösende visuelle Daten aus Perspektiven, die für menschliche Einsatzkräfte unzugänglich oder schlicht zu gefährlich sind. Die Entscheidungsfindung beschleunigt das massiv.
Die operativen Hauptvorteile der unbemannten Luftfahrtsysteme teilen sich auf folgende Einsatzszenarien auf:
- Echtzeit-Lagebild bei Großschadenslagen: Bei unübersichtlichen Einsatzstellen wie Großbrände, Hochwasser oder Massenunfälle streamt die Drohne Live-Bilder direkt auf die Bildschirme im Einsatzleitwagen. Taktiker können das Schadenausmaß sofort bewerten und Kräfte zielgerichtet dirigieren.
- Vegetations- und Waldbrandbekämpfung: Ausgestattet mit Wärmebildkameras spüren Drohnen Glutnester im Boden auf, die für das bloße Auge unsichtbar sind. Selbst in stark verrauchten Gebieten ermöglichen sie das sichere Navigieren von Löschmannschaften.
- Personen- und Vermisstensuche: Durch die Kombination aus optischem Zoom und Wärmebildtechnik können große, unwegsame Flächen bei Tag und Nacht in einem Bruchteil der Zeit abgesucht werden, die eine klassische Suchkette zu Fuß benötigen würde.
- Gefahrgut- und CBRN-Einsätze (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren): Drohnen können direkt in Schadenswolken hineinfliegen, um Stoffkonzentrationen zu messen, ohne dass Einsatzkräfte im schweren Chemikalienschutzanzug vorab gefährdet werden müssen.
11. Welche Bedeutung haben Robotik und autonome Systeme für Feuerwehren?
Über Robotik und unbemannte Bodensysteme lässt sich Ähnliches sagen wie über Drohnen. Als taktische Unterstützung gewinnen diese Werkzeuge überall dort an Bedeutung, wo für menschliche Einsatzkräfte akute Lebensgefahr besteht. Sie sind jedoch nicht als Ersatz gedacht, sondern dienen der Risikominimierung für die Feuerwehrkräfte.
Ähnlich wie bei unbemannten Luftfahrtsystemen sind die wichtigsten Einsatzfelder für rettungsrobotische Systeme die Brandbekämpfung in Hochrisikozonen, die Klärung von Gefahrgut- und CBRN-Lagen sowie die Erkundung eingestürzter Objekte beispielsweise nach Erdbeben. Überdies unterstützen autonome Transportsysteme Einsatzkräfte beim Transport von schweren Ausrüstungsgegenständen in unwegsamem Gelände, um die physische Belastung der Mannschaft zu reduzieren.
12. Wie wichtig sind Logistikfahrzeuge im Katastrophenschutz?
Moderne, leistungsfähige Logistikfahrzeuge bilden im heutigen Katastrophenschutz genau wie bei langanhaltenden Großschadenslagen das logistische Rückgrat jeder Einsatzstruktur. Die gewonnenen Erfahrungen aus Extremwetterereignissen, Hochwasserkatastrophen und Vegetationsbränden der letzten Jahre zeigt eines sehr deutlich: Einsätze stehen und fallen mit der Nachschublogistik. Indem Logistikfahrzeuge den flexiblen, bedarfsgerechten Transport von Sonderausrüstung, Verbrauchsmaterialien und Verpflegung über weite Strecken und in unwegsamem Gelände sicherstellen, können kritische Begrenzungen unter anderem beim Treibstoff- und Löschmittel-Nachschub aufgebrochen werden.
13. Welche besonderen Herausforderungen für Fahrzeuge und Feuerwehrtechnik ergeben sich aus Vegetations- und Waldbränden?
Die an Intensität und Häufigkeit zunehmenden Vegetations- und Waldbrandlagen infolge lang anhaltender Trockenperioden zwingt Feuerwehren zum Umdenken bei Taktik und Fahrzeugtechnik. Die klassischen, primär für die urbane Infrastruktur konstruierten schweren Löschfahrzeuge stoßen im unwegsamen Gelände, bei extremer Hitzeeinwirkung und akutem Wassermangel schnell an Grenzen. Hier kommen thermisch gut geschützte Systeme ins Spiel, die speziell für die Bedingungen und die Dynamik von Flächenbränden und extreme Geländeanforderungen ausgelegt sind. Ein zuschaltbarer Allradantrieb reicht dafür oft nicht aus. Erforderlich sind auch hohe Bodenfreiheit, große Böschungs- und Rampenwinkel und Achsverschränkungen.
Und was den Eigenschutz gegenüber thermischer Belastung betrifft: Fahrzeuge müssen bei einem plötzlichen Richtungswechsel des Windes in der Lage sein, sich jederzeit schnell aus der Gefahrenzone zu manövrieren. Diesem Zweck dienen hitzebeständige Leitungen für Kraftstoff, Bremsen und Elektrik sowie Selbstschutz-Sprühanlagen, die Fahrzeuge vor der Strahlungshitze schützen.
14. Welche Kriterien sind bei der Fahrzeugabnahme wichtig?
Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass die finale Fahrzeugabnahme einen rechtsverbindlichen Akt darstellt, der hohe Sorgfalt erfordert. Die Abnahme sollte deshalb nie unter Zeitdruck oder alleine durchgeführt werden. Vielmehr empfiehlt sich eine Abnahmekommission, bestehend aus Personen mit unterschiedlichen Blickwinkeln (Werkstattleiter, Taktiker und Vertreter der Vergabestelle).
Was die genauen Prüfkriterien für den Abnahmeprozess betrifft, ist zu unterscheiden zwischen der Rohbauabnahme (beim Hersteller), der Prüfung der Übereinstimmung mit der Leistungsbeschreibung des Lastenheftes (Soll-Ist-Abgleich zum Beispiel hinsichtlich der Motorleistung, Getriebeart, Funkvorbereitung usw.) den technischen Funktions- und Leistungstests unter Volllast sowie dem Gewichts- und Lastprotokoll des fertig aufgebauten und voll beladenen Fahrzeugs (wodurch nachgewiesen wird, dass zulässige Achslasten und das Gesamtgewicht nicht überschritten werden und eine ausreichende Gewichtsreserve für spätere Zuladungen vorhanden ist).
15. Wie sieht die Zukunft der Feuerwehrfahrzeuge aus?
Die Zukunft wird von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Sensorik, automatisierten Assistenzsystemen, alternativen Antrieben und intelligenten Einsatzdaten geprägt sein. Ziel ist und bleibt weiterhin eine noch effizientere Gefahrenabwehr und eine bessere Unterstützung der Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz.
Wie sich die Zukunft der Feuerwehren und Rettungsdienste in vielen Jahren tatsächlich gestaltet, kann – ohne Glaskugel – ganz exakt zwar niemand sagen. Doch wird Sie das HDT bei dieser Entwicklung professionell begleiten und im Rahmen von Veranstaltungen wie der Tagung „Feuerwehr – Beschaffung von Einsatzfahrzeugen und -geräten“ oder beispielsweise auch bei den ebenfalls jährlichen Essener Brandschutztagen zuverlässig über alles technisch, regulatorisch und organisatorisch Wissenswerte auf dem Laufenden halten.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Fr. 27.11.2026, 12:45 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Kai Brommann
K.Brommann@hdt.de
+49 201 1803-251



